Kantonsspital Baden: Neues Lohnmodell für Ärzte

Der Fixlohn wird bei den Chef- und Kaderärzten wieder wichtiger – und der variable Saläranteil soll künftig stark Gesamterfolg abhängen.

, 21. September 2018, 12:18
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Das Kantonsspital Baden schafft für seine Kaderärzte ein neues Salärmodell. Unter anderem wird es keine mengenbezogenen Lohnkomponenten mehr geben. Stattdessen soll der variable Saläranteil aller Chefärzte und Leitenden Ärzte hauptsächlich vom Erfolg des Gesamtunternehmens abhängen.
Zugleich wird der Fixlohn-Anteil bei den Ärztesalären erhöht – zulasten des variablen Teils. 

Unternehmensaspekte, individuelle Ziele

«Je höher ein Arzt in der Hierarchiestufe steht, desto relevanter wird bei seinem variablen Lohnanteil der Gesamterfolg des Unternehmens», sagt KSB-CEO Adrian Schmitter.
Ziel der Anpassung sei es, Fehlanreize auszumerzen – und zu unterstützen, dass die Ärzte sich für das gesamte Spital verantwortlich fühlen. 
Bei den Boni werden aber auch individuelle Aspekte beachtet, beispielsweise Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit, die Qualität der Behandlung (ausgedrückt etwa durch die Infektionsrate), ferner Kriterien wie Projekterfolge oder Massnahmen zur Kostensenkung. 

Leistungsorientiert

Die individuellen Ziele sollen so angesetzt werden, dass die Chefärzte und Leitenden sie durch Engagement und Leistung erreichen können. «Wir wollen weiterhin leistungsorientiert bleiben», sagt Schmitter.
Das neue System gilt ab Januar 2019. Es ersetzt ein Modell, das aus Zeiten stammt, in denen das KSB noch Teil der kantonalen Verwaltung war. Heute ist das Spital eine AG im Kantonsbesitz.
Laut der Mitteilung aus Baden erhofft die der Verwaltungsrat auch gewisse Fortschritte bei der Rentabilität: Die neue Lohnstruktur soll auch helfen, die finanziellen Vorgaben des Kantons Aargau besser zu erreichen. Der Kanton verlangt von seinen Spitälern unter anderem eine EBITDA-Marge von mindestens zehn Prozent.

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