Jetzt kämpfen auch prominente Ärzte gegen den Klimawandel

Ärzte verschiedenster Fachrichtungen, Pflegefachpersonen und weitere Gesundheitsfachleute haben sich neu in der «Allianz Gesundheitsberufe fürs Klima Schweiz» zusammengefunden.

, 19. September 2019 um 08:28
image
  • ärzte
  • praxis
  • klima
  • pietro vernazza
  • yvonne gilli
Ziel der «Allianz Gesundheitsberufe fürs Klima Schweiz» ist es laut einer Mitteilung vom Donnerstag, «die Schweizer Bevölkerung für die gesundheitlichen Gefahren durch die Klimaerwärmung zu informieren und zu sensibilisieren.»
Denn die Folgen der Klimaerwärmung seien auch hierzulande deutlich. Hitzesommer erhöhten zudem nachweislich die Sterblichkeit von älteren und chronisch kranken Personen, steht in der Mitteilung. Und die Erwärmung bringt laut der neuen Allianz eine Ausbreitung tropischer und subtropischer Erreger mit sich.

Massnahmen gefordert 

In einem Notruf verlangt die Klima-Allianz – bestehend aus Ärzten, Pflegefachleuten und weiteren Gesundheitsberufen wie Hebammen, Physiotherapeutinnen oder Psychologen – «die Anerkennung der Klimakrise als akute Bedrohung für die Gesundheit.» 
Sie fordern von der Politik und anderen Entscheidungsträgern Massnahmen. Die Allianz will zudem auch in Berufskleidung und mit Transparenten an der kommenden Nationalen Klimademo des Wandels in Bern teilnehmen. 

Pietro Vernazza: «Klimakatastrophe verhindern» 

Unterstützt wird die Allianz von Nationalratskandidierenden wie Pietro Vernazza, Chefarzt Infektiologie Kantonsspital St. Gallen (KSSG) und Yvonne Gilli, Pflegefachfrau und Ärztin, Mitglied Vorstand der Ärztevereinigung FMH.
Für Pietro Vernazza ist der Handlungsbedarf dringlich: «Wir müssen heute die Klimakatastrophe nach 2050 verhindern.» Auch nach Ansicht von Yvonne Gilli braucht es Massnahmen. «Gesundheitsfachpersonen, Patienten und Patientinnen gehen Hand in Hand, um die Herausforderungen erfolgreich zu meistern.»

«Gemeinsam gegen Treibhausgasemissionen»

Hinter der politisch unabhängigen Allianz stehen Organisationen wie der VSAO (Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte) sowie Public Health Schweiz. 
Auch der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK ruft gemeinsam mit den anderen Gesundheitsberufen zur Verringerung oder Vermeidung von Treibhausgasemissionen auf.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Die Liste: Operationen, die für schwangere Chirurginnen unbedenklich sind

In Deutschland hat die Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie eine «Positivliste« veröffentlicht.

image

Walk-in-Praxis + mobiler Arztdienst + Hospital@Home + integrative Medizin

In Einsiedeln wurde eine Arztpraxis mit speziellem Angebotsmix lanciert.

image

Urteil: Wer den Doktor fälscht, kann auch nicht seriös als Ärztin arbeiten

Beim «Dr. med.» meint es das Zürcher Verwaltungsgericht ernst: Es untersagt einer Ärztin wegen Falschangaben die eigenverantwortliche Berufsausübung.

image

Stadt Uster: Neuer Abteilungsleiter Gesundheit

Hugo Bossi arbeitete zuvor bei der Lungenliga und als Klinikmanager am USZ.

image

Neue Chefärztin für die Psychiatrie St. Gallen

Regula Meinherz ist nun die medizinische Leiterin der Psychiatrie St.Gallen in Pfäfers.

image

Rainer Blaser wird Finanzchef von NSN Medical

Der ehemalige Verwaltungsrat von Zurzach Care übernimmt die Leitung eines neuen Unternehmensbereichs.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.