In Genolier entsteht «medizinisches Ökosystem»

Antoine Hubert baut seine Klinik in Genolier zu einem grossen Campus aus: Es gibt Räume für die Forschung, die Ausbildung und für medizinische Startups.

, 17. November 2021 um 13:50
image
  • spital
  • forschung
  • swiss medical network
Büros, Labore, Operationssäle, Radiologie, Bunker für Strahlentherapie und Sitzungsräume: Das alles wird es im neuen Innovation Hub im waadtländischen Genolier geben.

Zeit sparen mit direkter Zusammenarbeit

In zwei Jahren ist der neue Forschungscampus für das Gesundheitswesen fertig. Die Forscher sollen dort direkt mit Unternehmern zusammenarbeiten können. Die Verbindung von Forschung und der Anwendung bei Patienten im Rahmen von Tests und klinischen Prüfungen führe zu grossen Zeiteinsparungen, erklärten die Initianten bei der Grundsteinlegung.
Der Genolier Innovation Hub wird auch Dienstleistungen in den Bereichen Management, Verwaltung und Beratung für das Gesundheitswesens anbieten: «Mit der Schaffung dieses Hubs wollen wir ein medizinisches Ökosystem schaffen, das aktiv zum Fortschritt der Medizin beiträgt, indem es einen privilegierten Zugang zu innovativen Behandlungen und zu einer besseren Versorgung der Patienten bietet», erklärt Antoine Hubert, Präsident des Genolier Innovation Hub.

Genolier war Huberts erste Klinik

Antoine Hubert kaufte vor rund 20 Jahren eine Beteiligung an der Clinique de Genolier und gründete dann Swiss Medical Network, die mittlerweile zur zweitgrössten Privatklinikgruppe der Schweiz angewachsen ist.
Die 21 SMN-Kliniken werden den Forschern und Unternehmen denn auch die versprochenen Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten bieten. Konkret ist die Rede von «klinischen Prüfungen, Tests von Medizinprodukten unter realen Bedingungen, Vermarktung von Produkten oder Schulung von medizinischem und nichtmedizinischem Personal.»

Auch Sitem Startup-Club dabei

Partner des Genolier Innovation Hub sind der Biopole-Campus in Lausanne, die Lausanner Pflege-Fachhochschule École La Source und der Berner Sitem Startup-Club SCC, der neue Unternehmen der Medizintechnik fördert.
image
In zwei Jahren soll der Neubau in Grenolier so aussehen. | PD
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Stimme erkennt Unterzuckerung – Handys könnten bald beim Diabetes-Management helfen

Die menschliche Stimme verrät frühe Anzeichen einer Hypoglykämie. Das zeigen Forschende aus Bern – und erklären, wie Smartphones das Diabetesmanagement sicherer und einfacher machen könnten.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

ETH Zürich: Mikroroboter bringt Medikamente direkt ins Gehirn

ETH-Forschende haben einen magnetisch steuerbaren Mikroroboter entwickelt, der auch in komplexe Gefässstrukturen vordringt. Das System bringt Medikamente präzise an den Zielort – und löst sich danach auf.

image

Swiss Bridge Award 2025 geht an Krebsforschende aus Zürich und Berlin

Andreas Moor (ETH Zürich) und Inmaculada Martínez Reyes (DKFZ/Charité Berlin) erhalten je 250’000 Franken für ihre Arbeiten an zielgerichteten Krebstherapien – von «smarten» Proteinmolekülen bis zu personalisierten Immunzellen.

image

USZ, CHUV und USB gehören zu Europas forschungsstärksten Spitälern

Seit der Jahrtausendwende haben sich die Patentanmeldungen europäischer Kliniken verdreifacht. Schweizer Häuser spielen vorne mit.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

Vom gleichen Autor

image

«Das Inselspital ist noch lange nicht über den Berg»

Das Inselspital wartete mit guten Meldungen auf. Doch der Insel-Kritiker Heinz Locher gibt keine Entwarnung.

image

So entgehen Sie dem Hochstapler-Syndrom

Viele Ärztinnen und Ärzte überfordern sich – und glauben dann selber, dass sie über ihrem Können spielen. Das ist schlecht für die Psyche.

image

Im Schaufenster stehen vor allem unwirksame Medikamente

Bieler Ärzte schlagen eine neue Etikette für rezeptfreie Arzneimittel vor. Sie soll zeigen, wie verlässlich die Wirksamkeit nachgewiesen worden ist.