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In der Pflege braucht es gut ausgebildete Praktikerinnen und Praktiker

In der Pflege steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachpersonen nicht nur während einer Pandemie. So sind zunehmend Expertinnen und Experten mit einem Masterabschluss gefragt, die als Advanced Practice Nurses (APN) ärztliche Aufgaben übernehmen und damit das Gesundheitssystem entlasten.

, 19. Mai 2020, 05:42
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Wie untersucht man jemanden, der über Atembeschwerden klagt? Wie erfolgt ein Assessment, um die Mobilität oder die kognitiven Fähigkeiten von älteren Menschen einzuschätzen? Wie gelangt man zu einer Diagnose und welche Behandlung ist danach angezeigt? Solchen Fragen und arztnahen Aufgaben gehen Studierende des Masters of Science in Pflege an der ZHAW in Praxistagen zu verschiedenen klinischen Schwerpunkten nach. «Das Lernen am und mit Patientinnen und Patienten ist zentral. Nur so können die erweiterten Kompetenzen für das Advanced Practice Nursing aus- und aufgebaut werden», erklärt Veronika Waldboth, Leiterin Entwicklung und Pädagogik Master of Science in Pflege. «Darum sind wir mit den Masterstudierenden in die Praxis fest verankert.»

Studieren möglichst nahe am Berufsalltag

Die Praxistage finden beispielsweise im Alterszentrum Adlergarten in Winterthur oder im Pflegezentrum Käferberg in Zürich statt. Dort verinnerlichen die Studierenden Assessments, klinische Untersuchungen und Tests an echten Patientinnen und Patienten. «Die Studierenden üben sonst an Puppen, aneinander oder an sich selbst», sagt Veronika Waldboth. Mit Betroffenen ein Anamnese-Gespräch zu führen und sie körperlich zu untersuchen, komme der Realität natürlich viel näher.

Gewinn für die Praxis

Umgekehrt sind die Beobachtungen und Empfehlungen der Studierenden für die Praxis sehr wertvoll. Laut Astrid Fredericq, Leiterin Aus- und Weiterbildung Alter und Pflege der Stadt Winterthur, gehen die Studierenden äusserst akribisch und professionell vor. «Ihre Auswertungen regen uns an und fliessen in unsere Pflegepraxis ein.» Körperliche Untersuchungen zählten bislang nicht zu den Aufgaben der Langzeitpflege, sagt sie. An einem solchen Praxistag werde jedoch deutlich, wie hilfreich sie sind. «Wir tragen mit solchen Angeboten zur Pflegeentwicklung bei.»

Das Gesundheitswesen aktiv mitgestalten

Neben den erweiterten klinischen Kompetenzen für die Advanced Practice erwerben die Studierenden im Master of Science in Pflege auch wissenschaftliche Kompetenzen, die für Führungsaufgaben oder alltagsnahe Forschung notwendig sind. Als Clinical Nurse Specialist (CNS) oder als Nurse Practicioner (NP) entwickeln sie massgeschneiderte professionelle Alltagslösungen für Betroffene und Familien und gestalten somit aktiv Veränderungsprozesse verantwortlich im Gesundheitswesen mit.

Professionsspezifisch und interprofessionell

Das Masterstudium ist eng mit der Forschung der vier Professuren am ZHAW-Institut für Pflege verzahnt. Daraus ergeben sich für die Masterstudierenden vier thematische Schwerpunkte:
  • Pflege in der Akutversorgung
  • Pflege im Heimbereich
  • Familienzentrierte Pflege
  • Gemeindenahe integrierte Versorgung
In interprofessionellen Modulen erwerben die Studierenden zudem Kompetenzen, die über die professionsspezifischen Kenntnisse hinausgehen. Sie belegen einen Teil der Module zusammen mit Physiotherapie- und Hebammenstudierenden. Die gemeinsame Lehre schärft das eigene Professionsverständnis und vermittelt die Kompetenzen für die Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen.

Vollzeit oder berufsbegleitend

Der Master of Science in Pflege kann an der ZHAW in drei Semestern Vollzeit, in vier Semestern mit einem zusätzlichen internationalen Praktikum oder aber im Teilzeitstudium in sechs Semestern studiert werden. Damit haben auch erfahrene Pflegefachpersonen die Möglichkeit, berufs- oder familienbegleitend zu studieren. 

Mehr Informationen zum Master of Science in Pflege:



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