Gesundheitskosten nach Verschnaufpause erneut angestiegen

Nach einer Stagnation im Jahr 2018 sind die Gesundheitskosten im vergangenen Behandlungsjahr wieder auf das alte Niveau zurückgefallen.

, 3. März 2020, 13:20
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Bei den stark steigenden Gesundheitskosten gab es vor einem Jahr einen kleinen Hoffnungsschimmer: Erstmals verzeichneten die Bruttoleistungen pro versicherte Person ein geringfügiges Wachstum von 0,2 Prozent für das Jahr 2018.
Der Wind hat nun erneut gedreht und damit ist auch der Hoffnungsschimmer wie weggeblasen. Im vergangen Jahr sind die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr von 3'855 Franken auf 4'009 Franken angestiegen. Dies geht aus den aktuellen Zahlen der Krankenversicherungs-Kostenentwicklung (Mokke) des Bundes hervor. Das sind knapp 4 Prozent mehr als noch in der Vorperiode. 
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Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Apotheken sind die grosse Ausnahme

Stark gestiegen im Vergleich zum Vorjahr sind die Kosten im Bereich Spitäler ambulant und stationär. Auch die Behandlungskosten bei den Ärzten sind nach einem Rückgang im Jahr 2018 wieder mit 3.6 Prozent gewachsen.
Einzig die Bruttoleistungen der Apotheken verzeichneten einen Rückgang von 1 Prozent, nachdem das Kostenwachstum im Jahr 2018 auf über drei Prozent gelegen hatte. Immer noch auf einem hohen Ausgabenwachstum sind die Spitex-Organisationen und die Physiotherapeuten.
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Quelle: Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Höchstes Wachstum im Kanton Luzern 

Bei den Kantonen fällt der Kanton Luzern mit dem höchsten prozentualen Ausgabenwachstum auf, gefolgt von Nidwalden und Obwalden. Am wenigsten gestiegen sind die Kosten pro versicherte Person in den Kantonen Neuenburg, Glarus und Appenzell Innerrhoden. Insgesamt liegt der Median aller Kantone bei 3.73 Prozent. 
  1. Luzern 12.45 %
  2. Nidwalden 8.26 %
  3. Obwalden 6.84 %
  4. Uri 6.44 %
  5. Schaffhausen 5.97 %
  6. Tessin 5.77 %
  7. Basel-Landschaft 5.69 %
  8. Zug 5.65 %
  9. Thurgau 4.89 %
  10. Wallis 4.76 %
  11. Aargau 4.40 %
  12. St. Gallen 3.97 %
  13. Waadt 3.79 %
  14. Solothurn 3.67 %
  15. Genf 3.46 %
  16. Appenzell A.Rh. 3.14 %
  17. Zürich 3.02 %
  18. Schwyz 2.99 %
  19. Bern 2.93 %
  20. Freiburg 2.93 %
  21. Jura 2.78 %
  22. Graubünden 2.75 %
  23. Basel-Stadt 1.99 %
  24. Appenzell I.Rh. 1.18 %
  25. Glarus 1.16 %
  26. Neuenburg 0.17 %

Basel-Stadt mit den höchsten Kosten

In absoluten Zahlen liegt der Kanton Luzern mit 3’554 Franken Bruttoleistungen für das Jahr 2019 allerdings im Mittelfeld. Die höchsten Ausgaben im vergangenen Jahr verzeichneten Basel-Stadt, Genf und Tessin. Die tiefsten Gesundheitskosten die Kantone Appenzell Innerrhoden, Uri und Zug. 
  1. Basel-Stadt 5’079.08
  2. Genf 4’943.10
  3. Tessin 4’695.03
  4. Basel-Landschaft 4’547.76
  5. Waadt 4’377.10
  6. Neuenburg 4’346.02
  7. Jura 4’274.38
  8. Bern 4’081.43
  9. Solothurn 3’985.55
  10. Zürich 3’920.48
  11. Schaffhausen 3’895.11
  12. Wallis 3’888.61
  13. Freiburg 3’764.18
  14. Aargau 3’698.31
  15. Luzern 3’554.32
  16. Thurgau 3’540.39
  17. St. Gallen 3’533.72
  18. Glarus 3’516.02
  19. Graubünden 3’500.79
  20. Schwyz 3’470.76
  21. Nidwalden 3’412.88
  22. Appenzell A.Rh. 3’389.35
  23. Obwalden 3’349.87
  24. Zug 3’321.37
  25. Uri 3’184.06
  26. Appenzell I.Rh. 2’779.41
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