Genfer Erlass: Ein «No-Go» und «Kündigungsgrund»

Der Genfer Erlass sorgte im August für Schlagzeilen. Was die Gesundheitsprofis – knapp die Hälfte mit Impfung – davon halten? Das sind die Ergebnisse der Medinside-Umfrage.

, 1. September 2021, 11:14
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Wer in einer öffentlichen oder privaten medizinischen Einrichtung im Kanton Genf arbeitet, muss seit dem 23. August ein Covid-19-Zertifikat (Impfung) vorweisen können. Der Genfer Staatsrat hat seinen Erlass vom 1. November 2020 angepasst. Mitarbeitende, die kein Zertifikat haben, müssen sich alle sieben Tage einem Screening-Test unterziehen. Dass sich die Mitarbeitenden daran halten, dafür hat der Arbeitgeber zu sorgen. Tut er dies nicht, drohen ihm strafrechtliche Sanktionen, wie die Genfer Regierung in ihrem Communiqué deutlich machte.
«Der Genfer Entscheid ist vertretbar - die Drohung stossend!» titelte Medinside am 5. August. Im Artikel, den Sie hier finden, fand Pierre-André Wagner, Leiter Rechtsdienst SBK ASI, klare Worte, vor allem was den «Unterton» des Communiqués betreffend die Androhung von strafrechtlichen Sanktionen betraf. 

49 Prozent der Befragten geimpft

Medinside wollte von seinen Lesern wissen, was sie vom Genfer Entscheid halten. An der Umfrage nahmen knapp 300 Personen teil, darunter Ärztinnen und Ärzte (24,9 %), Pflegerinnen und Pfleger (51,2 %) sowie anderes Gesundheitspersonal (23,8%). Mit 49 Prozent ist knapp die Hälfte der Befragten geimpft.
Während 39,6 Prozent den Entscheid als «völlig in Ordnung» erachten, finden ihn 13,6 Prozent «fragwürdig» und 46,6 Prozent ein «No-Go». Für 35,9 Prozent der Befragten wäre ein solcher Entscheid ein Grund, sich impfen zu lassen; 64 Prozent würde ein regelmässiges Screening vorziehen. Mehr als die Hälfte der an der Umfrage beteiligten Personen würden ihren Job bei einem solchen Erlass kündigen (52,98 %).

Die Übersichten (Quelle: Medinside)

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