Genf: Radiologie-Techniker drohen mit Streik

Die Genfer Kantonsregierung will den Berufstand der Radiologie-Techniker nicht auf die Liste der «anstrengenden Berufe» nehmen. Pflegefunktionen und Rettungsdienste hingegen schon.

, 19. August 2016, 07:57
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Unregelmässige Zeitpläne, schwierige Arbeitsumgebung und körperliche Anstrengung: Das sind die drei Kriterien, damit im Kanton Genf ein Beruf als «métier pénible» gilt – also als anstrengende oder mühsame Arbeit.
Die Liste der zuständigen Kommission der Kantonsregierung enthält auch Berufe im Gesundheitswesen: Pflegefachleute, Funktionen im Rettungsdienst oder auch Hilfspfleger. Nicht dabei: Mitarbeitende aus der Medizinisch-Technischen Radiologie.
Die Liste wiederum ist entscheidend, ob jemand mit 64 oder aber bereits mit 61 Jahren in den Ruhestand treten darf.

HUG stützt die Meinung

Diese Ansicht wollen die Radiologie-Techniker so nicht hinnehmen, wie die französischsprachige Ausgabe von «20min.ch» berichtet. Für 15. September haben deshalb bereits 30 Mitarbeitende einen Protesstreik vor dem Vorplatz der Hôpitaux universitaires de Genève (HUG) angekündigt – falls sich bis dahin nichts ändere.
Radiologie-Techniker wollen die gleichen Bedingungen wie Pflegefachleute. Dieser Meinung ist auch das HUG, das insgesamt 148 medizinisch-technische Radiologen beschäftigt. Nicolas de Saussure, ein Sprecher des Unispitals, sagte der Zeitung: «Wir sind der Auffassung, dass die Kriterien für einen anstrengenden Beruf bei Radiologie-Technikern erfüllt sind».

Minimum-Service garantiert

Ein betroffener HUG-Mitarbeiter bezeichnet die Protest-Massnahme gegenüber «20min.ch» als «Akt der Verzweiflung», weil ein solcher Schritt eben nicht zum Berufsstand passe. Was auch immer passiere, ein Minimum-Service bei Notfällen während des Streikes sei garantiert.
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