Geburtskliniken: Weitere Umlagerungen in der Region Basel

Das Spital Bethesda schafft für seine Frauenklinik rund 50 neue Stellen. Und das Universitäts-Kinderspital baut in der Neonatologie aus.

, 19. Oktober 2015, 21:31
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Gleich vier Spitäler haben sich am Montagabend mit Informationen oder Präzisierungen zum gleichen Thema gemeldet: Es geht um die Ansiedlung des Frauen- respektive Geburtenklinik-Bereichs zwischen Kantonsspital Baselland, Bethesda, UKBB und Unispital Basel.
Eigentlich bekannt schien ein Kern der Sache: Das Kantonsspital Baselland will die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Spital Bruderholz schliessen. Auf der anderen Seite baut das Bethesda Spital seine Frauenklinik aus – und hat dafür David Hänggi engagiert, den bisherigen Chefarzt Gynäkologie am Kantonsspital.

«Verlagerung»? «Privatisierung»? «Übernahme»?

Seit diese Pläne im Sommer bekannt wurden, gab es allerhand Unruhe an den betroffenen Häusern. Die Gewerkschaft VPOD wandte sich in einem offenen Brief an den Baselbieter Regierungsrat und verlangte, auf ein vorzeitiges «Herausbrechen» beziehungsweise die «Privatisierung» der Frauenklinik zu verzichten.
In einer Medienmitteilung betont das Bethesda-Spital jetzt, dass von einer «Verlagerung» oder «Privatisierung» keine Rede sein könne, ebenso wenig von einer «Übernahme» oder «Übertragung». Denn im Grunde sei die Anstellung von David Hänggi unabhängig von den Umstrukturierungs-Plänen am Kantonsspital Baselland erfolgt – und auch schon früher entschieden worden.

Wechsel zu Chefarzt-System

Das Engagement des KSBL-Gynäkologen wiederum geschah als Teil eines geplanten Systemwechsels: In die bisher belegärztlich geführte Bethesda Frauenklinik wird neu zusätzlich ein Chefarztsystem eingeführt – und Hänggi sei als Verantwortlicher für diese Position geholt worden.
Allerdings ergibt sich nun daraus eine Reihe von Konsequenzen. Insbesondere will Bethesda beim geplanten Ausbau der Frauenklinik zahlreiche neue Stellen besetzen – darunter 20 Arztstellen sowie rund 30 Positionen für Hebammen, Pflegende und weitere Fachkräfte. Derzeit ist das Bethesda Spital daran, dieses Personal zu rekrutieren.
Und selbstverständlich würden in diesem Zusammenhang die Dossiers von interessierten Mitarbeitenden des KSBL prioritär geprüft.

Einheitliches Lohnsystem

Hier wiederum klingt die vom Arbeitnehmer-Vertretern geäusserte Befürchtung an, dass mit der «Privatisierung» auch die Arbeitsverhältnisse verschlechtert werden könnten. Die Leitung von Bethesda meint dazu, man verfüge über ein einheitliches und marktkonformes Lohnsystem, das für alle Mitarbeitenden gilt. Unter Berücksichtigung aller Lohnbestandteile liege es «auf dem Niveau des Kantonsspitals Baselland».
Parallel dazu meldeten sich am Montag weitere Spitäler zu Wort. Im Zuge der Verschiebungen zwischen Baselland und Basel will auch das UKBB einen Beitrag leisten: Das Kinderspital, so die Mitteilung, baut gemeinsam mit dem Universitätsspital Basel die Neonatologie/Intensivpflege-Station aus. Es schafft vier neue Behandlungsplätze, welche als Mutter-Kind-Einheiten betrieben werden können.

«Alle Mitarbeitenden erhalten ein Angebot»

«Damit kann nicht nur der Abbau der Neonatologie-Plätze am Bruderholz aufgefangen, sondern zusätzlich eine qualitative Steigerung in der Versorgung der Frühgeborenen und ihrer Mütter erreicht werden», sagt Marco Fischer, CEO des Universitäts-Kinderspitals beider Basel.
Zu Wort meldet sich auch Jürg Aebi. Der CEO des Kantonsspitals Baselland betont in der Medienmitteilung (die von UKBB, USB, KSBL und Bethesda gemeinsam veröffentlicht wurde) nochmals, dass die Frauenklinik des Kantonsspital Baselland bestehen bleibt – einfach konzentriert auf Liestal. 
Zu den Veränderungen für das Personal der Frauenklinik Bruderholz meint Aebi: «Wir nehmen die Sorgen und Ängste unserer Mitarbeitenden sehr ernst und setzen uns für eine gute Lösung ein. Wir wollen das Beste für alle Beteiligten erreichen und sind bemüht, alle im Gesamtsystem weiter zu beschäftigen. Es erhalten alle Mitarbeitenden ein Angebot, allenfalls nicht am angestammten Platz.» 
Selbstverständlich würden dabei auch arbeitsrechtliche Aspekte berücksichtigt.
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