Jama-Studie: Hartes Training am Weekend hilft ebenso

Sport ist wichtig für die Gesundheit. Besser das Pensum auf mehrere Tage verteilen oder das Programm durch eine oder zwei grosse Runden durchziehen?

, 10. Januar 2017 um 11:17
image
  • forschung
  • ärzte
  • fitness
Wie man das Fitnesstraining verteilt, ist nicht so wichtig. Beides könnte das Sterblichkeitsrisiko reduzieren. Zu diesem Schluss kommen Forscher der britischen Universität Loughborough. Sie haben im Fachmagazin «Jama Internal Medicine» darüber berichtet. 
«Aktivitätsmuster, die sich durch ein oder zwei Trainingseinheiten moderater oder starker körperlicher Aktivität in der Woche auszeichnen, könnten ausreichend sein, um das Sterblichkeitsrisiko zu reduzieren – sowohl das Gesamtsterberisiko als auch das aufgrund von Herz- Kreislauf-Erkrankungen und das durch Krebs», schreiben die Studienautoren um Gary O’Donovan.
Gary O’Donovan et al. «Association of Weekend Warrior and Other Leisure Time Physical Activity Patterns With Risks for All-Cause, Cardiovascular Disease, and Cancer Mortality», in: «Jama Internal Medicine», 9. Januar 2017.
Die Mediziner und Sportwissenschaftler weisen darauf hin, dass sie in ihrer Analyse keine eindeutige Beziehung zwischen Ursache und Wirkung nachweisen können. So sei zum Beispiel möglich, dass nicht ganz gesunde Studienteilnehmer schlicht weniger Sport treiben können oder wollen. Ausserdem basierten alle erfassten Daten zur körperlichen Aktivität auf der Selbsteinschätzung der Befragten.

Risiko sinkt um 30 bis 40 Prozent

Die britischen Forscher haben Gesundheit und Freizeitverhalten von mehr als 63'000 Erwachsenen im Alter von mindestens 40 Jahren untersucht; die Daten stammten aus elf britischen Studien. Die Analyse der 8'800 Todesfälle, die während des 14-jährigen Beobachtungszeitraums auftraten, ergab: Wer regelmässig Sport treibt, senkt sein Gesundheitsrisiko um 30 bis 40 Prozent und erkrankt seltener an Infarkt, Krebs oder Schlaganfall. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Thierry Carrel: «Für Kranke ist Hoffnung zentral»

Der Herzchirurg findet, neben dem Skalpell sei die Hoffnung eines seiner wichtigsten Instrumente.

image

Vom Spital ins All: Auch eine Perspektive für Ärzte

Der Berner Mediziner Marco Sieber wird der zweite Schweizer Astronaut nach Claude Nicollier.

image

Ein Walliser wird Chefarzt am Inselspital

Der Nachfolger von Klaus Siebenrock als Chefarzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie heisst Moritz Tannast.

image

In der Schweiz sind 1100 Ärzte mehr tätig

Die Arztzahlen in der Schweiz haben ein neues Rekord-Niveau erreicht: Es gibt nun 41'100 Berufstätige.

image

Der Erfinder des Ledermann-Implantats ist tot

Er war ein bekannter Implantologe, später auch Hotelier und Schriftsteller. Nun ist Philippe Daniel Ledermann 80-jährig gestorben.

image

Insel-Chirurg mit dem Håkan Ahlman Award ausgezeichnet

Cédric Nesti wurde von der Europäischen Gesellschaft für Neuroendokrine Tumoren für eine Publikation über die Gefährlichkeit von Lymphknotenmetastasen.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.