Freiburger Spital HFR budgetiert Rekord-Defizit

Neue Stellen sollen dieses Jahr nur noch in Ausnahmefällen geschaffen werden.

, 31. Januar 2018, 14:30
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In den «Freiburger Nachrichten» sprachen Politiker heute früh von einer «Spitalkrise». Da wirkte das nun folgende Communiqué schon wie eine Bestätigung: Der Verwaltungsrat des Freiburger Spitals HFR, so wurde gemeldet, budgetiert fürs laufende Jahr einen Verlust von 21,3 Millionen Franken.
Zum Vergleich: 2017 dürfte das Minus bei gut 10 Millionen Franken gelegen haben, nach einem budgetierten Verlust von 7,9 Millionen; 2016 waren es 7 Millionen gewesen, und im Jahr 2015 hatte die HFR-Gruppe noch einen kleinen Gewinn von 2 Millionen Franken erzielt.
Auf der einen Seite stünden höhere Betriebskosten, auf der anderen Seite spüre die Freiburger Kantonsspital-Gruppe tiefere Einnahmen wegen der Tarifsenkungen im stationären und ambulanten Bereich, so die Erklärung.

Woran liegt's?

Konkret sieht das Budget 2018 des HFR einen Gesamtaufwand von 475,8 Millionen Franken vor. Gegenüber dem Budget des letzten Jahres bedeutet dies also Einsparungen von gut 10 Millionen Franken. Wieso wird trotzdem ein massiv höherer Verlust geplant? 

  • Die Spitalleitung erwartet, dass der Tarmed-Eingriff des Bundesrates zu 9,5 Millionen Franken weniger Einnahmen führen wird.
  • Ein weiterer Faktor seien die tiefern Tarife im stationären Bereich.
  • Auf der anderen Seite stünden höhere Lohnkosten wegen einer automatischen Erhöhung der Gehaltsstufe, die im Gesetz über das Staatspersonal vorgesehen ist. 
«Die Schere zwischen dem Aufwand und den Erträgen öffnet sich weiter», so also das Fazit des Verwaltungsrates. «Und dies, obwohl die Spitaltätigkeit im stationären wie im ambulanten Bereich weiter zunimmt.»


Was tun?


  • Als Reaktion sollen neue Stellen nur in Ausnahmefällen geschaffen werden.
  • Zudem strebt das HFR an, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei stationären Patienten zu senken; denn mit 7,2 Tagen liegt es klar über dem Schweizer Durchschnitt von 5,6 Tagen. 
  • Geplant sind ferner Verbesserungen in der Fakturierung oder in der Digitalisierung. 
Insgesamt suche die Direktion nach weiteren Massnahmen zur Steigerung der Effizienz. Auch werde die Diskussion «betr. einer angemesseneren Entschädigung bestimmter Leistungsaufträge» fortgesetzt. Die Spitalleitung will, dass der Kanton Freiburg seine Abgeltungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen von derzeit 60 auf rund 85 Millionen Franken erhöht.

Auf der anderen Seite wolle man trotz der widrigen Umstände auch im laufenden Jahr weiter in die Infrastruktur und ins Leistungsangebot des HFR investieren.
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