ETH-Forscher empfehlen mehr Vitamin D

Wie viel Vitamin D soll älteren Menschen gegen Knochenschwund verabreicht werden? Darüber debattiert die Fachwelt intensiv. Nun konnten Wissenschaftler der ETH nachweisen, dass es deutlich mehr braucht als bislang angenommen.

, 3. November 2015, 09:17
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Je älter der Mensch wird, desto mehr verringert sich seine Knochenmasse. Die Knochen werden schwächer und brechen leichter. Frauen in Wechseljahren sind besonders davon betroffen, aber auch Männer können unter Osteoporose leiden. 
Um die Knochenmasse zu erhalten, braucht es neben körperlicher Aktivität Vitamin D, das weitgehend mit Hilfe von Sonnenstrahlung in der Haut produziert wird. Häufig verschreibt der Arzt eine Vitamin-D-Ergänzung, damit die Knochenmasse erhalten werden kann.
Wie hoch die Dosierung dieser Supplementierung sein soll, darüber debattieren Fachleute so intensiv wie bei keinem anderen Vitalstoff. Das eine Lager ist der Ansicht, dass Sonnenlicht ausreicht, um die Vitamin-D-Versorgung zu sichern. Andere wiederum halten hohe Dosen von zusätzlichem Vitamin D für wichtig, um den Knochenabbau bei älteren Frauen zu verhindern respektive zu verlangsamen.

Dem optimalen Wert auf der Spur

Eine Gruppe von Forschenden der ETH Zürich sowie der Universitäten Zürich und Bern unter der Leitung von Michael B. Zimmermann, ETH-Professor für Humanernährung, ging deshalb dieser Frage auf den Grund. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie hoch die Vitamin-D-Menge im Blut sein sollte, damit die Knochenstärke erhalten bleibt wird.
Ihre Antwort ist nun überraschend deutlich zugunsten einer höheren Supplementierung ausgefallen: Um die Knochengesundheit zu erhalten, sind gerade in der Winterzeit viel höhere Vitamin-D-Dosen nötig als bisher angenommen. Die Forscher kommen in einer umfassenden Studie zum Schluss, dass eine im Blut zirkulierende Vitamin-D-Konzentration von 40 Mikrogramm pro Liter Serum optimal ist, um bei Frauen nach den Wechseljahren den Knochenabbau zu bremsen oder zu stoppen.

«Hoher Wert hat mich überrascht»

«Dieser hohe Wert hat mich überrascht», so Zimmermann, «ich war bisher eher der Ansicht, dass eine niedrige Vitamin-D-Dosis ausreicht», sagt Zimmermann. 
Nur sehr wenige Lebensmittel wie Lebertran oder Salzwasserfische enthalten grössere Mengen an natürlichem Vitamin D. Dieser Vitalstoff ist nicht nur für die optimale Aufnahme von Kalzium in die Knochen zuständig, sondern er steuert unzählige wichtige Zell- und Immunvorgänge. 

Quelle / Mehr:


  • Schild A, Herter-Aeberli I, Fattinger K, Anderegg S, Schulze-König T, Vockenhuber C, Synal H-A, Bischoff-Ferrari H, Weber P, von Eckardstein A, Zimmermann MB: Oral Vitamin D Supplements Increase Serum 25-Hydroxyvitamin D in Postmenopausal Women and Reduce Bone Calcium Flux Measured by 41Ca Skeletal Labeling, in: «Journal of Nutrition 2015» 
  • Mitteilung ETH Zürich

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