Warum Patienten aus Deutschland in die Schweiz schalten

Ottonova, der erste digitale private Krankenversicherer aus Deutschland, setzt künftig auf die virtuelle Schweizer Arztpraxis Eedoctors.

, 16. Oktober 2017, 09:13
image
  • telemedizin
  • trends
  • eedoctors
  • e-health
  • praxis
Der Versicherer Ottonova aus München kooperiert neu mit Eedoctors, dem in Bern gegründeten Anbieter für Fernbehandlungen. Ab sofort vermittelt Ottonova den Kontakt zwischen seinen Versicherten und dem Schweizer Unternehmen. Der Behandlungsvertrag kommt zwischen dem Patienten und Eedoctors zustande.
Das Angebot erfolgt aus der Schweiz, weil telemedizinische Konsultationen in Deutschland derzeit noch verboten sind, wenn die Ärzte die Patienten nicht persönlich kennen. «Deshalb gehen wir in die Schweiz», sagte Gründer und Ottonova-Chef Roman Rittweger der «Süddeutschen Zeitung» (Registrierung verlangt).

Medikamente über Versandapotheken

Der digitale Arztbesuch in der Schweiz ermöglicht den Patienten aus Deutschland Überweisungen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen oder Rezepte – auch über Versandapotheken im Ausland. In der Testphase bis Mitte 2018 sei die Video-Konsultation für Ottonova-Kunden kostenlos, danach werde sie auf den vereinbarten Selbstbehalt angerechnet.
«Unsere Zielgruppe erwartet solche Angebote», sagte der Arzt Rittweger weiter. Bei Ottonova versicherten sich bislang vor allem junge, gut verdienende und digital aktive Männer: Geschäftsführer, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Diese App sagt jungen Frauen die Periode voraus

Nun gibt es auch für Mädchen eine Zyklus-App: Teena misst die Körpertemperatur und klärt die jungen Frauen über die Periode auf.

image

Neue Widerspruchslösung auf Unbestimmt verschoben

Das neue Organspende-Register wird frühestens 2025 kommen. Nun propagiert Swisstransplant die alte Methode: den Spendeausweis.

image

Bund prüft weitere Senkung der Labortarife

Nach der Senkung der Laborpreise arbeitet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter an der Neutarifierung.

image

Gemeinde zweifelt an neuer Hausarztpraxis

Der finanzielle Anschub für eine neue Arztpraxis im Kanton Aargau gerät ins Stocken. Grund ist ein TV-Bericht im Schweizer Fernsehen.

image

E-Rezepte sind in Deutschland bisher ein Flop

Deutsche Ärzte wollen keine elektronischen Rezepte ausstellen. Deshalb rückt das Ziel, solche Rezepte bundesweit einzuführen, in weite Ferne.

image

Nur jede zehnte Person nutzt Telemedizin in der Schweiz

Eine Studie der Universität Luzern und der Medizinalprodukte-Firma B. Braun Medical zeigt: Trotz seltener Nutzung von Telefon oder Video sind Potenziale vorhanden.

Vom gleichen Autor

image

Berner Arzt hat Aufklärungspflicht doch nicht verletzt

Im Fall einer Nasen-OP mit Komplikationen verneint das Bundesgericht eine Pflichtverletzung eines Berner HNO-Arztes. Die Vorinstanzen haben noch anders entschieden.

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.