Dr. Google will künftig besser diagnostizieren

Harte Konkurrenz für alle Gesundheits-Portale: Mit einer neuen Funktion will der Internetriese die Suche nach Symptomen erweitern – gemeinsam mit Medizinern der Harvard Medical School und der Mayo Clinic.

, 29. Juni 2016, 09:00
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Doktor Google treibt ja viele Ärzte an den Rand der Verzweiflung: Patienten kommen mit einer bunten Auswahl an Diagnosen und einem Stapel Papier in die Praxis. Aber nicht nur: Auch wenn man selber nach «Kopfschmerzen» googelt, erhält man eine Flut von Resultaten – von einer harmlosen Migräne bis hin zu alarmierenden Szenarien wie Hirntumor.
Dies wollen die Technologen des Suchmaschinen-Konzerns nun grundlegend verbessern. Sie arbeiten an einem neuen Feature zur Krankheitsdiagnose: «Symptom Search» soll die Suche in der Google-App stark erweitern und verbessern, wie aus einem aktuellen Eintrag im Google-Blog hervorgeht.

Funktioniert mit Google Knowledge Graph

Die Ergebnisse werden gefiltert und mit medizinischen Informationen abgeglichen, welche direkt von Ärzten der Harvard Medical School und der Mayo Clinic stammen. Das Resultat wird dann im Rahmen des Google Knowledge Graph innerhalb der Google-App ausgespuckt.
Über den Knowledge Graph kann die Websuche schon seit längerer Zeit Daten aus dem Bereich Gesundheit anzeigen. Dieser enthält Informationen über Medikamente und seit dem vergangenen Jahr auch Informationen über Krankheiten.

Gesundheit: Ein Prozent aller Suchanfragen

Das Feature startet in den nächsten Tagen im US-amerikanischen Raum, vorerst nur in der Version für das Mobile-App. «Symptom Search» soll aber später in mehreren Sprachen auf der ganzen Welt nutzbar sein, heisst es weiter. 
Dass viele Menschen im Internet nach Krankheiten oder Symptomen suchen, hat der Suchmaschinenriese zudem noch einmal offiziell bestätigt: Etwa 1 Prozent – also mehrere Millionen – aller Google-Suchanfragen enthalten Anfragen nach Krankheitssymptomen.
Mehr
«I’m Feeling Yucky :(. Searching for symptoms on Google», in: Google Blog. «Google partners with Harvard Medical School, Mayo Clinic for symptom search», in: Mobihealtnews.
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