Stadt Zürich: Die irrsinnige Tat eines Kardiologen

Ein Arzt steckte seine versteigerte Villa in Brand und richtete sich danach selbst. Offenbar hatte der 65-jährige Kardiologe hohe Schulden.

, 20. Mai 2021 um 13:01
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Am Montag kam es in Zürich zu einem öffentlichen Drama. Ein Mann verbarrikadierte sich, zündete seine zwangsversteigerte Villa an der Sonnenbergstrasse an, schoss um sich und richtete sich gemäss Polizei auf dem Balkon der brennenden Liegenschaft selbst. 
Beim Mann handelt es sich um einen Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie, wie zahlreiche Medien berichten. Er hatte in Zürich studiert und arbeitete um die 90er Jahre unter anderem am Zürcher Unispital (USZ), am Kantonsspital Münsterlingen und als Oberarzt am Unispital Basel (USB). Er praktizierte zeitweise auch in Wien und arbeitete in Österreich als Chefarzt-Stellvertreter in Kitzbüehl. 

Schulden sollen ihn zur Tat getrieben haben 

Gemäss Medienberichten stand dem Kardiologen die Zwangsräumung seiner Liegenschaft im Zürcher Villenviertel bevor. Diese wollte er nach einer erfolglosen Verschiebung verhindern – mit einem querliegenden Baumstamm und mit Waffengewalt. Dann kam es zur tragischen Eskalation. 
Offenbar war der 65-jährige Mann hoch verschuldet. Seit der Jahrtausendwende betrieb er Praxen in Zürich. Irgendwann ist es zum Karriereknick gekommen. Seit über einem Jahr verfügte er über keine Berufsausübungsbewilligung mehr. Der Kardiologe behandelte in seiner Praxis aber weiter. Gleichzeitig war er in einer Zürcher Klinik als Arzt tätig. Der Zürcher Gesundheitsdirektion war dies bekannt, weshalb sie in der Folge Strafanzeige eingereicht hat. 

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