Internisten entwickeln eine eigene App

Eine Ärztegesellschaft macht die Digitalisierung zum Hauptanliegen: Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin will ihre Mitglieder hier verstärkt beraten und begleiten.

, 16. März 2016 um 10:00
image
  • ärzte
  • telemedizin
  • innere medizin
Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin bringt eine eigene Fitness-App auf den Markt. Sie wird nächsten Monat vorgestellt.
Dies sagte der Vorsitzende der Internisten-Gesellschaft, Gerd Hasenfuß, an einer Pressekonferenz in Berlin: Man wolle eine Schrittmacherfunktion und die Meinungsführerschaft rund um die Digitale Medizin übernehmen (siehe die Videobotschaft).
Im 10-Punkte-Plan der Fachgesellschaft habe die Digitale Medizin eine der höchsten Prioritäten: Mobile Health, Klinikinformationssysteme und Informationsplattformen für Patienten im Internet seien Chancen für die Internisten.

«Ich lebe noch 2,5 Jahre, können Sie mir helfen?»

Hasenfuß sprach dabei auch die Debatte rund um die Sicherheits- und Qualitätsaspekte an – und erwähnte als Beispiel einer seiner Patientinnen, die nach einer Online-Information mit der Diagnose der verbleibenden Lebenserwartung von 2,5 Jahren um Rat nachfragte.
«Die Symptom-Checker im Internet bieten keine hohe Treffsicherheit», folgerte Hasenfuß. Aber Handlungsanweisen seien kritisch zu betrachten.
Die Gesellschaft werde sich künftig verstärkt beratend engagieren in den Bereichen Mobile Health, Online-Diagnosefindung sowie der Ethik. 
Kernziel sei es, die Ärzte intensiver aufzuklären, wie sie Dinge wie Smartphones und Gesundheits-Apps konkret nutzen können, so Hasenfuß laut der deutschen «Ärztezeitung». Bislang spiele die digitale Technik eine «bescheidene Rolle» im Alltag der Ärzte – doch es entwickle sich eine neue Kultur und die Ärzteschaft öffne sich zunehmend dafür: «Wir erleben eine dramatisch schnelle Weiterentwicklung.»
Rückblick Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin via idw Informationsdienst Wissenschaft: «Digitale Medizin – Chancen und Grenzen».
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Die Liste: Operationen, die für schwangere Chirurginnen unbedenklich sind

In Deutschland hat die Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie eine «Positivliste« veröffentlicht.

image

Urteil: Wer den Doktor fälscht, kann auch nicht seriös als Ärztin arbeiten

Beim «Dr. med.» meint es das Zürcher Verwaltungsgericht ernst: Es untersagt einer Ärztin wegen Falschangaben die eigenverantwortliche Berufsausübung.

image

Neue Chefärztin für die Psychiatrie St. Gallen

Regula Meinherz ist nun die medizinische Leiterin der Psychiatrie St.Gallen in Pfäfers.

image

Auf diesem Kindernotfall werden auch die Eltern betreut

Am Universitäts-Kinderspital beider Basel sorgt ein neuer Dienst dafür, dass bei den Eltern kein Stress oder Frust aufkommt.

image

Gebühren für Bewilligungen: Der Preisüberwacher greift ein

Bei den Lizenzen für Medizinal- und Gesundheitsberufe herrscht Intransparenz. Sogar der Verdacht auf Abzockerei drängt sich auf.

image

«Der Regulierungswahn zerstört die Qualität der jungen Chirurgengeneration»

Es hat sich viel Frust aufgestaut bei den Chirurgie-Assistenten. Ein junger Arzt gibt Einblick in seinen Alltag.

Vom gleichen Autor

image

Katar sucht 4000 Fachpersonen aus der Gesundheitsbranche

Die Gesundheits-Strategie 2022 des Emirats will die medizinische Versorgung massiv abbauen. Der Wüstenstaat will 4000 Fachpersonen aus aller Welt rekrutieren.

image

Swiss Medtech Award: Das sind die drei Finalisten

Drei Unternehmen zeigen den State of the Art: Es geht um präzisere Tumor-Operationen, um Trainingshilfen für Schlaganfall-Patienten – und um Operationen in den Tiefen des Auges.

image

«Beeindruckend hoch»: Jeder dritte Arzt steigt aus

Neue Daten machen es offensichtlich: Die Gesundheitsbranche kann ihr Personal nur schlecht halten. Viele steigen aus. Und die meisten wechseln dann den Beruf und die Branche.