Corona-Pandemie: Trend zu mehr Spitex

Die Pandemie führte zu einer «nie zuvor gesehenen Abnahme» bei der Betreuung in Alters- und Pflegeheimen. Dafür wurden Spitex-Dienste deutlich häufiger in Anspruch genommen.

, 9. November 2021, 10:00
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Die Covid-19-Pandemie hatte starke Auswirkungen auf die Inanspruchnahme der Alters- und Pflegeheime. 2020 verringerte sich die Zahl der Eintritte im Vergleich zum Vorjahr um 10.2 Prozent auf 62'000.  Dies geht aus der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen und der Statistik der Hilfe und Pflege zu Hause des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. 
Die Zahl der Pensionäre, die in der Regel kontinuierlich zunimmt, ging 2020 um 4.1 Prozent auf 158'433 zurück. Diese seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006 «nie zuvor gesehene Abnahme» dürfte gemäss BFS auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen sein. Bei den Kurzzeitaufenthalten war die Abnahme mit Minus 17.3 Prozent besonders markant. Die rund 1'550 Alters- und Pflegeheime verursachten dennoch Betriebskosten von insgesamt 10,8 Milliarden Franken. Das sind 2.6 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. 

Starker Anstieg bei den Todesfällen

Bei den in Alters- und Pflegeheimen eingetretenen Todesfällen wurde ein starker Anstieg registriert. 2020 starben 34'572 Personen in diesen Institutionen. Gegenüber 2019 nahm die Zahl der Todesfälle um 4'856 zu. Das ist ein Plus von 16.3 Prozent. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der in Alters- und Pflegeheimen eingetretenen Todesfälle durchschnittlich um 0.2 Prozent gestiegen.  

Knapp drei Viertel für pflegerische Leistungen

Dafür nahm im Berichtsjahr die Inanspruchnahme von Spitex-Leistungen zu. Die rund 2'550 Spitex-Dienste erbrachten Leistungen für 420'793 Personen. Gegenüber 2019 entspricht dies einer Zunahme um 6.7 Prozent. Die Spitex-Leistungen kosteten 2020 mit insgesamt 2,8 Milliarden Franken 6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die 26,5 Millionen verrechneten Spitex-Stunden wurden zu 72 Prozent für pflegerische, zu 24 Prozent für hauswirtschaftliche und zu 4 Prozent für weitere Leistungen wie Betreuung, therapeutische Dienstleistungen, Fahrdienste oder Notrufsysteme erbracht. Insgesamt wurden 3,8 Millionen Mahlzeiten an 33'535 Personen ausgeliefert, das ist ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 
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