Clienia: Regierung stützt Reorganisation

Der Zürcher Regierungsrat hält die Schliessung der Tagesklinik in Männedorf für vertretbar.

, 19. Januar 2018, 09:30
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Die Privatklinikgruppe Clienia will Mitte Jahr die Tagesklinik sowie das sozialpsychiatrische Angebot des Psychiatriezentrums Männedorf schliessen und die Patienten künftig nur noch in den Tageskliniken der Clienia in Wetzikon und Uster behandeln. Dies gab sie im November bekannt
Hunderte Betroffene, darunter viele Ärzte und Politiker, wehrten sich mit einem offenen Brief und einer dringlichen Anfrage an den Regierungsrat gegen das Vorhaben. Vorerst mit wenig Durchschlagskraft: In seiner Antwort auf die dringliche Anfrage von 74 Kantonsräten hält der Regierungsrat die Schliessung der Tagesklinik für vertretbar. 
Grundsätzlich sei den Patienten eine Reisezeit von 30 bis 60 Minuten zumutbar. Die Regierung teilt die Befürchtung der Kantonsräte nicht, dass durch den Wegfall der Tagesklinik Männedorf mehr Patienten stationär in Kliniken eintreten. 

Auslastung bei 80 Prozent

Der Regierungsrat verfügt über Zahlen, die auf eine relativ tiefe Belegung hinweisen. So betrage die Auslastung der Tageskliniken in Wetzikon, Uster und Männedorf lediglich 80 Prozent. Aus unternehmerischer Sicht kann die Regierung den Entscheid zur Reorganisation damit nachvollziehen. Er liege auch im Interesse des Kantons, indem damit das zu subventionierende Defizit verringert werden könne.
Die Kantonsräte Lorenz Schmid (CVP) und Hanspeter Göldi (SP) geben sich nicht zufrieden. Wie die «Zürichsee-Zeitung» schreibt, wollen sie sich nächste Woche mit David Bosshard, dem CEO der Clienia-Gruppe, treffen. Sie behalten sich weitere politische Schritte vor. 
  • Zur Antwort des Regierungsrats auf die dringliche Anfrage
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