Kantonsspital Freiburg: Betrügereien im Corona-Testzentrum

Im Rahmen einer Kontrolle wurden im Freiburger Testzentrum Granges-Paccot ein Betrug mit Covid-Zertifikaten aufgedeckt. Derzeit laufen Untersuchungen, um das Ausmass der Machenschaften zu ermitteln.

, 13. Dezember 2021, 15:00
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In mehreren Kantonen ermitteln derzeit die Strafverfolgungsbehörden im Zusammenhang mit gefälschten Covid-Zertifikaten. Der jüngste Fall betrifft den Kanton Freiburg. Wie Kontrollen ergaben, waren im Testzentrum Granges-Paccot, das vom Kantonsspital Freiburg (HFR) betrieben wird, gefälschte Zertifikate ausgestellt worden. 
Nun läuft eine Untersuchung, um das Ausmass der Fälschungen zu ermitteln und die fehlbaren Personen zu identifizieren, wie das Freiburger Spital mitteilt. 

Gefälschte Zertifikate verkauft

Das HFR bedauert in der Mitteilung, dass die Arbeit vieler durch die Machenschaften einiger weniger in Misskredit geraten sei. Das Spital setze alles daran, die Situation rasch zu klären, um einen geordneten und effizienten Betrieb des Testzentrums zu gewährleisten.  
Derzeit laufen mehrere Ermittlungen in verschiedenen Kantonen. So wurde Ende November ein Mitarbeiter des Kantonalen Impfzentrums (KIZ) im Kanton Schaffhausen verhaftet. Er soll mit weiteren Beteiligten im grossen Stil gefälschte Covid-Zertifikate für rund 400 Franken pro Stück verkauft haben. 

Verbreiten menschlicher Krankheiten

Aus strafrechtlicher Sicht gehen solche Fälle in Richtung Betrug und Urkundenfälschung. Sowohl bei Betrug wie auch Urkundenfälschung drohen je nach Strafmass bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe. Je nach Verhalten der Käuferschaft könnte gemäss Rechtsexperten darüber hinaus auch eine Strafbarkeit wegen Körperverletzung oder Verbreiten menschlicher Krankheiten in Frage kommen. 
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