Auf einen Blick: So effizient ist das Schweizer Gesundheitswesen

Hier einfach eine kleine Grafik, die in manchen Debatten zu Rate gezogen werden kann. Sie zeigt Lebenserwartung und Gesundheitsausgaben – und das auf lange Sicht.

, 18. November 2016, 10:29
image
  • gesundheitskosten
  • wirtschaft
image
Vertikal: Lebenserwartung — Horizontal: Entwicklung der Gesundheitskosten (Leistungen, Out-of-Pocket-Zahlungen, staatliche Präventionsmassnahmen)
Auf diese Kurven sind wir bei einer Twitter-Debatte gestossen, Thema dort: Das ineffiziente Gesundheitssystem der USA. Aber wir sehen hier auch die Schweiz in einem interessanten Vergleich, nämlich international und auf lange Sicht.
Die Kurven zeigen die Entwicklung erstens der Gesundheitsausgaben (horizontal) und zweitens der Lebenserwartung (vertikal), und das über fast ein halbes Jahrhundert – nämlich seit 1970.

Die Schweizer Kurve flacht ab

Rein schematisch liesse sich sagen: Je steiler die Kurve, desto effizienter die Entwicklung eines Gesundheitssystems; aber natürlich müssten auch andere Faktoren berücksichtigt werden, etwa kulturelle Veränderungen in Lebensstil, Unfallverhalten, auch die Einstellungen zum Waffengebrauch.
Dennoch: Hier drückt sich aus, dass die Kosten in der Schweiz, verglichen mit dem Resultat, recht stark gestiegen sind – und zwar besonders etwa seit der Jahrtausendwende: Denn die helvetische Kurve wird da immer weniger steil.
Oder anders gedeutet: Das hiesige Gesundheitswesen ist gut, aber es könnte wohl noch einen Tick wirkungsvoller sein.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Alain Berset: Kostenanstieg führt zu höheren Prämien

Nach vier Jahren der relativen Stabilität werden die Krankenkassenprämien 2023 wieder beträchtlich steigen. Zurückzuführen ist dies hauptsächlich auf die Covid-19-Mehrkosten.

image

Diese Leistungserbringer scheinen «angebotsgetrieben» zu sein

Eine Studie der Uni St.Gallen (HSG) zeigt: Kostenreduktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind bei gewissen Leistungserbringern fast ausschliesslich durch angebotsseitige Beschränkungen erklärbar.

image

Gesundheitskosten: BAG korrigiert Wachstum nach unten

Die Entwicklung der Gesundheitskosten für das Jahr 2021 beträgt weniger als offiziell publiziert. Es geht um 270 Millionen Franken. Dies zeigt das aktuelle Kosten-Monitoring des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

image

Zur Rose-Gruppe will nun früher in die Gewinnzone gelangen

Europas grösste E-Commerce-Apotheke beschleunigt den Weg zur Profitabilität. Das Unternehmen bestätigt zudem die mittelfristige Ebitda-Zielmarge.

image

Rückenschmerzen: So treiben Ärzte die Kosten in die Höhe

Viele Ärzte setzen auf bildgebende Verfahren und auf Schmerzmittel: Über 85 Prozent der Patienten erhalten Tabletten – viele davon sogar Fentanyl oder Oxycodon.

image

Amazon steigt im grossen Stil ins Arztgeschäft ein

Amazon übernimmt die Arztpraxis-Kette One Medical. Mit der Milliardenübernahme will der Online-Riese die Gesundheitsversorgung neu erfinden.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.