Arbeitsbelastung bei Hausärzten nimmt ab

Die Arbeitsstunden pro Woche der Schweizer Hausärzteschaft nahmen über die letzten 15 Jahre kontinuierlich ab.

, 25. September 2020 um 12:44
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Noch vor 15 Jahren kamen Haus- und Kinderärzte auf durchschnittlich 50 Stunden pro Woche. Heute sind es wöchentlich noch 43 Stunden. Dies geht aus der aktuellen «Workforce-Studie» der Schweizer Haus- und Kinderärzteschaft hervor, durchgeführt vom Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel.
Diese Reduktion um wöchentlich drei Arbeitsstunden pro Dekade trägt unter anderem zur Stressverminderung bei und damit auch zu mehr Zufriedenheit, schreibt der Berufsverband in einer Mitteilung. 
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Screenshot «Workforce-Studie»
Generell arbeite die Mehrheit der Haus- und Kinderärzte heute nicht mehr in einem Vollzeitpensum und sei in den letzten Jahren deutlich zufriedener geworden. Im Median kommen Männer heute auf 9, Frauen auf 7 Halbtage pro Woche. Bei Kinderärzten arbeiten Männer im Median 8, Frauen 6 Halbtage. Ebenfalls erhöhe das Modell der Gruppenpraxis die Zufriedenheit, heisst es weiter.

Hausärztemangel: Licht am Horizont

Die «Workforce-Studie 2020» setzt sich hauptsächlich mit dem Hausärztemangel und der Überalterung der Ärzteschaft auseinander. Die drohende Versorgungslücke ist laut Berufsverband zwar nicht überstanden, die Talsohle sei aber absehbar. Mehr Studienplätze, eine höhere Attraktivität für den Haus- und Kinderarztberuf und neue Arbeitszeit- und Praxismodelle zeigten erste Wirkung. Eine Entspannung sei ab 2040 wahrscheinlich. 
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