Angestellte im Gesundheitswesen verdienten weniger als im Vorjahr

Weniger Lohn im Gesundheitswesen, mehr in der Pharmabranche: Wegen der höheren Teuerung hatten die meisten Angestellten 2018 unter dem Strich weniger Lohn im Sack.

, 1. Mai 2019 um 10:15
image
  • löhne
  • spital
  • ärzte
  • pharma
  • statistik
Für die Angestellten im Gesundheitswesen war 2018 finanziell gesehen ein schlechtes Jahr: Ihre Löhne waren zwar um durchschnittlich 0,6 Prozent höher als im Vorjahr. Doch rechnet man die Teuerung ein, verdienten sie schlechter. 0,4 Prozent betrug gemäss den Erhebungen des Bundesamts für Statistik (BfS) die Einbusse bei den Reallöhnen der Mitarbeiter im Gesundheitswesen, in Heimen sowie im Sozialwesen.
Damit geht es den Gesundheits-Mitarbeitern wie vielen anderen Angestellten: «In den meisten Wirtschaftszweigen gingen die Reallöhne zurück», stellte das BfS aufgrund seiner Statistik fest.

Die grosse Ausnahme ist die Pharmabranche

Doch es gibt eine Ausnahme: Branchen, die viel forschen und entwickeln und ausserdem auch viele Waren exportieren, haben profitiert. Die Mitarbeiter in der Pharma- und in der Chemiebranche hatten deshalb den höchsten Lohnzuwachs, nämlich 1,7 Prozent. Und im Gegensatz zu ihren Kollegen aus dem Gesundheitswesen machte bei ihnen die Teuerung diesen Lohnzuwachs auch nicht zunichte: Sie konnten ihren Reallohn um 0,8 Prozent steigern.
Der Grund für die Lohneinbussen ist eine Fehleinschätzung der Teuerung. Die Entscheide über Lohnerhöhungen für 2018 wurden in der Regel bereits Ende 2017 gefällt. Damals ging man von einer Teuerung von bloss 0,2 Prozent aus. In den wichtigsten Gesamtarbeitsverträgen (GAV), denen fast eine halbe Million Arbeitnehmende angeschlossen sind, wurde deshalb für 2018 bloss eine Lohnerhöhung von 0,3 Prozent vereinbart. Zu wenig, wie sich herausstellte.

Bereits zum zweiten Mal eine Lohneinbusse

Denn die Teuerung betrug letztes Jahr 0,9 Prozent. Das hat zur Folge, dass die Kaufkraft der Löhne zurückging. 2018 passierte das bereits zum zweiten Mal. Bereits 2017 mussten die Angestellten eine Lohneinbusse von 0,1 Prozent hinnehmen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Neuer Leitender Arzt für die Spitäler Schaffhausen

Der Radiologe Wolfgang K. E. Schill wechselt vom Kantonsspital Münsterlingen nach Schaffhausen.

image

Trotz Verbot praktiziert verurteilter Arzt weiter

Ein Schweizer Gericht hat gegen einen Arzt ein lebenslanges Berufsverbot verhängt, direkter Patientenkontakt ist ihm untersagt. Nun ist der Hausarzt wieder im Nachbarland aktiv.

image

Die Hausärzte im Kanton Bern rebellieren

Eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten aus dem Emmental und Oberaargau lehnt sich gegen den Ärztemangel auf.

image

Kantonsspital kauft Aktien einer Digital-Plattform

Was Medinside vor einer Woche angekündet hat, ist nun geschehen: Das erste öffentliche Spital steigt bei «Compassana» ein.

image

So will das Kantonsspital Graubünden Gewaltopfern helfen

Das Kantonsspital Graubünden in Chur betreibt neu die Sprechstunde «Forensic Nursing». Das Angebot ist das erste dieser Art in der Deutschschweiz.

image

Kanton unterstützt Arztpraxis mit knapp 1,5 Millionen Franken

Um die Attraktivität des Hausarztberufs zu verbessern, spricht der Kanton Aargau Geld für eine Hausarztpraxis im Spital Muri.

Vom gleichen Autor

image

Ein wegweisendes Urteil für Krankenversicherer: Bahn haftet

Eine Krankenkasse kann von einem Bahnunternehmen die Heilungskosten zurückverlangen, wenn ein Fahrgast unverschuldet gestürzt ist.

image

Der Fehltritt einer KPT-Firma: Vermittler hinterging Neukunden

Die neue Vermittlungsfirma der KPT-Krankenkasse nutzte unlautere Methoden, um neue Versicherte zu gewinnen.

image

Auch für Pflege zuhause gelten Ruhezeiten

Keine Chance für einen SVP-Vorstoss, das Arbeitsgesetz für Betreuung und Pflege zuhause aufzulockern: Der Bundesrat blieb hart.