Das dürfte sich Marc Hofer anders vorgestellt haben: Am 7. Juli 2022 war
hier zu lesen, dass der ehemalige Direktor der Rosenklinik in Rapperswil auf Anfang September die Leitung des Ameos Spitals in Einsiedeln übernimmt. Wie aber nun
Pilatustoday berichtet, haben in Einsiedeln alle Assistenzärzte auf einen Schlag gekündigt.
«Regelmässig hätten die sieben Assistenzärzte und -ärztinnen im Spital Einsiedeln mehr als die erlaubten 50 Stunden pro Woche arbeiten müssen. Sie hätten sich immer wieder bei der Spitalleitung darüber beschwert, diese habe dafür aber kein Gehör gehabt», ist auf dem Onlineportal zu lesen.
Arzt und Politiker
Der Internist Antoine Chaix arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis in Einsiedeln. Er sitzt aber als SP-Politiker auch im Kantonsparlament von Schwyz. In dieser Funktion hat er nun eine Anfrage eingereicht, weil es schwierig sei, an Informationen zu kommen. Gemäss Pilatustoday hat Chaix mit zwei Assistenzärzten gesprochen. Sie sagten ihm, das Hauptproblem seien die Arbeitszeiten und die fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten.
Seit die Ameos-Gruppe vor zwei Jahren das Spital in Einsiedeln übernommen und vor einer Schliessung bewahrt hatte, jagt eine schlechte Nachricht die andere. Schon im Januar 2021 schrieb
hier Medinside, dass es im Klosterdorf zu Entlassungen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen gekommen sei.
Ärzte kommen und gehen
Im November 2020 übernahm das Spital Einsiedeln die Geburtsklinik des geschlossenen Paracelsus-Spitals in Richterswil. Dadurch übernahm Eberhard Arnold, der bisherige Chefarzt der Frauenklinik des Paracelsus-Spitals, auch den Chefarztposten in Einsiedeln. Vier Monate später war er wieder weg.
Spitaldirektor Michael Mehner wollte damals aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes den Weggang des Gynäkologen nicht kommentieren. Mittlerweile hat aber auch Spitaldirektor Mehner das Spital in Einsiedeln verlassen, wie
hier zu lesen war.
Sein Nachfolger ist eben Marc Hofer, wie eingangs geschrieben. Er soll ab September das Ruder des schlingernden Schiffes übernehmen.