Sponsored

Mit körpereigenen Zellen den Krebs bekämpfen

Najla M. hatte ein diffuses grosszelliges B-Zell-Lymphom mit Befall der Leber. Die CAR-T-Zell-Therapie war nach erfolgloser Chemotherapie ihre letzte Chance. Für die Behandlung wurde sie ins KSA überwiesen

, 25. August 2022 um 09:40
image
«Warum gerade ich?», fragte sich Najla M. Im Februar 2021 litt sie an Übelkeit und Erbrechen und hatte diffuse Schmerzen. Sie befürchtete, dass sie einen erneuten Herzinfarkt hatte. Aber es kam anders: Die Diagnose lautete diffuses grosszelliges B-Zell-Lymphom mit Leberbefall, eine bösartige, ziemlich aggressive Form von Krebs. «Es war ein Schock, doch ich habe mich entschieden, mich der Krankheit und dem Kampf zu stellen », sagt sie.
Zur CAR-T-Zell-Therapie ins KSA
Nach den ersten Chemotherapien im Kantonsspital Olten war Najla M. zunächst zuversichtlich. Sie litt nur unter wenigen Nebenwirkungen. Im September 2021 folgte dann ein Rückfall. Danach fiel ihr die Therapie schwerer; sie hatte mehr Nebenwirkungen, und Najla M. war körperlich und psychisch in einer schlechten Verfassung. Nachdem die Chemotherapien nicht den gewünschten Erfolg erzielten, war schnell klar, dass nur eine CAR-T-Zell-Therapie Heilungschancen bringen könnte. Dazu wurde Najla M. im Oktober 2021 ins KSA überwiesen – eines der wenigen Spitäler in der Schweiz, das diese fortschrittliche und hochspezialisierte Therapiemöglichkeit anbietet. «Durch mehrere ungeplante stationäre Aufenthalte verschob sich die langersehnte CAR-T-Zell-Therapie immer wieder», so die 63-Jährige. Und sie sagt weiter: «Ich fühlte mich wie in einem Wettlauf gegen die Zeit.» Unsicherheit und Angst prägten diese Zeit. Sie war erleichtert, als sie im Januar 2022 endlich mit der Therapie im KSA anfangen konnte.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ein Muss
Die Gabe der Zellen hat reibungslos geklappt. Doch in der ersten Nacht hatte Najla M. mit Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen zu kämpfen. Die Fieberschübe blieben, und am vierten Tag wurde sie wegen einer schweren neurologischen Nebenwirkung auf die Intensivstation verlegt. «Das war eine schwierige Zeit. Ich hatte starke Sehnsucht nach meiner Familie und meinen vier Wänden», erinnert sie sich.
«Bei einer CAR-T-Zell-Therapie ist es wichtig, interdisziplinär mit anderen Abteilungen zusammenzuarbeiten», erklärt PD Dr. med. Sabine Gerull, stv. Chefärztin und Fachbereichsleiterin Hämatologie und Transfusionsmedizin im KSA. So braucht es eine Intensivstation sowie die Neurologie, welche die Patientinnen und Patienten mitbetreuen; denn Nebenwirkungen sind ein Thema. Dazu zählen Fieber, Blutdruckabfall, Sauerstoffveränderungen, aber auch neurologische Nebenwirkungen. Um letztere zu prüfen, müssen die Patientinnen und Patienten mehrmals täglich einen Fragenkatalog durchgehen und Gegenstände benennen oder Sätze schreiben. Denn: «Die meisten Betroffenen haben eine vorübergehende milde Verwirrtheit», führt die Ärztin aus. Das muss man behandeln.
Schritt für Schritt zurück in den Alltag
Gibt es keine Probleme, können die Patientinnen und Patienten nach zwei Wochen nach Hause. Danach stehen für sie regelmässige ambulante Nachkontrollen an. «Die Leberwerte der Patientin haben sich normalisiert, und aktuell ist kein Lymphom nachweisbar», erklärt Dr. med. Eva Heilmann. Die Assistenzärztin betreut Najla M. Najla M. hat ihren Alltag auf die Genesung ausgelegt. Sie ist viel an der frischen Luft und holt die verlorene Zeit mit ihren Enkelkindern nach. «Ich bin unbeschreiblich dankbar für die gute Betreuung im KSA und dass der medizinische Fortschritt diese Behandlung möglich gemacht hat», sagt sie. Es ist ihre Chance auf Heilung.
Wir tun alles gegen Krebs und für Betroffene
Krebs ist vielschichtig in Ursache, Verlauf und Therapie – und für Betroffene und Angehörige immer ein Schicksalsschlag. Diesem Umstand tragen wir im KSA zu jedem Zeitpunkt der Behandlung Rechnung. Im nach ISO-Normen und der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologiezentrum Mittelland des KSA arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen eng zusammen und bieten Medizin auf höchstem Niveau. Jede Behandlung wird ergänzt durch eine Vielzahl von Begleitangeboten, die den Betroffenen helfen, mit ihrer Erkrankung umzugehen.
Auf unserer Themenseite stehen unsere Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Sie erzählen ihre Krankheitsgeschichten, berichten über den Umgang mit der Erkrankung, Behandlungserfolge und die Rückkehr ins normale Leben; angereichert mit Wissenswertem und Spannendem rund um das Thema Krebs.
krebs.ksa.ch

Kurz erklärt: CAR-T-Zell-Therapie
Seit Juni 2021 ist das KSA als eines von wenigen Spitälern in der Schweiz für die CAR-T-Zell-Therapie qualifiziert. Dies in Zusammenarbeit mit Pharmaunternehmen. CAR steht für Chimeric Antigen Receptor. Bei dieser Therapie werden den Patientinnen und Patienten in einem mehrstündigen Verfahren körpereigene Abwehrzellen, sogenannte Leukozyten (weisse Blutkörperchen), entnommen. Anschliessend programmieren die Pharmaunternehmen die Zellen genetisch so um, dass sie Tumorzellen erkennen und gezielt bekämpfen können. Betroffene erhalten vorbereitend eine Chemotherapie, danach die umprogrammierten Zellen mittels Infusion.
Das KSA setzt die CAR-T-Zell-Therapie beim diffus grosszelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) ein. Das ist die häufigste bösartige Erkrankung des Lymphsystems. Die Therapie wird zurzeit erst in der dritten Linie durchgeführt. Das heisst, sie kommt für Patientinnen und Patienten in Frage, die nach zwei Chemotherapien einen Rückfall erlitten haben. Die Therapie ist eine Chance für Betroffene, eine lange krankheitsfreie Zeit zu erreichen. Im KSA haben schon einige Patienten CAR-T-Zellen erhalten.
Weitere Informationen: ksa.ch/car-t-zell-therapie
image




    Artikel teilen

    Loading

    Comment

    2 x pro Woche
    Abonnieren Sie unseren Newsletter.

    oder

    Mehr zum Thema

    image

    Nun müssen Spitäler besser werden

    Erstmals haben die Spitäler und Krankenkassen einen Vertrag über die Qualität ihrer Arbeit abgeschlossen.

    image

    Schulthess, Asana, Siloah: Höhere Erträge

    Ein kleiner Überblick zur Lage bekannter Privatkliniken.

    image

    Die Insel ist das schnellste Spital der Schweiz

    Zum 9. Mal verteidigte die Insel ihren Titel, die fittesten Angestellten zu haben: Sie gewann die Firmentrophy am Berner Stadtlauf.

    image

    Bei der Gesundheit gibt es keine Bundes-Subventionen zu kürzen

    Die Eidgenössische Finanzkontrolle will bei den Subventionen sparen. Der Gesundheitsbereich wird aber vom Bund kaum subventioniert.

    image

    Genfer Professorin neu in der Internationalen Aids-Gesellschaft

    Die weltweite Vereinigung der HIV-Experten und -Expertinnen hat Alexandra Calmy als Europa-Vertreterin in ihr Gremium gewählt.

    image

    Studie: Hohe Burnoutgefahr bei Notärzten

    Knapp 60 Prozent weisen mindestens ein Burnout-Kriterium auf, über 10 Prozent hatten bereits Suizidgedanken.

    Vom gleichen Autor

    image

    Wie können Pharmafirmen mehr für PatientInnen tun?

    In der Schweiz identifizierten im Rahmen einer Befragung PatientInnen, Betreuende, ÄrztInnen und PatientInnenorganisationen1, was die Pharmaindustrie über die Bereitstellung von Medikamenten hinaus tun kann, um PatientInnen sowie die Gesellschaft besser zu unterstützen.

    image

    Unsere Gesellschaft ist übermüdet

    Unser Berufs- und Sozialleben folgt einem anderen Zeitplan als dem unserer inneren Uhr. Schlafmangel ist die Folge, noch schwerwiegender sind aber die daraus resultierenden Folgeerkrankungen.

    image

    Alles in einem System

    Das Stadtspital Zürich hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine IT-Systeme zu homogenisieren. In der Radiologie spielt Dedalus HealthCare mit DeepUnity die zentrale Rolle.