Listeriose-Ausbruch: So spürt das BAG die Ursache auf

Das Bundesamt für Gesundheit arbeitet bei einem Listeriose-Ausbruch eng mit Behörden und Ärzten zusammen. Dies zeigt ein Ausbruch, der durch geräucherte Forellen hervorgerufen wurde.

, 16. Januar 2023 um 10:26
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Nur dank Kooperation aller Beteiligten sei eine rasche Aufklärung der Infektionsquelle möglich. | BAG
Die Listeriose ist eine in der Schweiz meldepflichtig Krankheit, die auf eine Infektion mit Listeria monocytogenes zurückzuführen ist. Seit 2020 werden die Betroffenen nach ihren Essgewohnheiten befragt und Laborproben untersucht. Die Proben aller Erkrankten werden typisiert und mittels «Whole Genome Sequencing» (WGS) sequenziert. Das Vorgehen erklärt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einem Bericht im aktuellen BAG-Bulletin.
Mit dem WGS können die Häufung als Cluster bestätigt werden. So auch Anfangs Juli, als dem BAG eine «ungewöhnlich» hohe Anzahl von Listeriose-Fällen gemeldet wurden. Eine Befragung des Kompetenzzentrums für epidemiologische Abklärungen (KEA) am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Basel (Swiss TPH) ergab: Die Quelle könnten geräucherte Forellen von einem spezifischen Betrieb im Kanton Thurgau sein.
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Total 20 Fälle aus dem Ausbruchscluster

Die zuständige Lebensmittelvollzugs-Behörde und das kantonale Labor konnte im Rahmen der darauf eingeleiteten Kontrolle Listerien in den geräucherten Fischen wie auch in der Produktionsumgebung nachweisen – und damit die Ursache für den Ausbruch bestätigen.
Insgesamt wurden 20 Erkrankungsfälle dem Ausbruchscluster zugeordnet, die Betroffenen waren zwischen 58 und 89 Jahre alt. Die Krankheit betrifft vor allem immungeschwächte Personen mit schweren Grunderkrankungen, schwangere Frauen und Neugeborene sowie ältere Personen. Die häufige Infektions-Ursache: gewisse Rohmilch- und Fleischprodukte.

Betrieb hat Produktion wieder aufgenommen

Die Produkte wurden daraufhin rasch zurückgerufen. Gleichzeitig publizierte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine öffentliche Warnung. Auch die Produktion wurde vorübergehend eingestellt.
Inzwischen konnte die genaue Ursache der Kontamination identifiziert und behoben werden, wie im Bericht weiter zu lesen steht. Und der Betrieb habe in der Zwischenzeit die Selbstkontrolle angepasst und die Produktion wieder aufgenommen.
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