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Integrierte Versorgung: eine Antwort auf chronische Krankheiten

Chronische Krankheiten stellen eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitssystem dar. Mit dem Gesundheitsplan VIVA setzt das Réseau de l’Arc auf eine integrierte Versorgung, eine verstärkte Koordinierung der Pflege und eine persönliche Begleitung der Patienten in ihrem Alltag.

, 8. Februar 2026 um 23:00
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In diesem Interview erklärt Isabel Vidinha, operative Leiterin von VIVA-Réseau de l’Arc, warum dieses Modell für Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders relevant ist und wie es ermöglicht, Versorgungsqualität, Nähe und Effizienz miteinander zu verbinden.

Chronische Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes oder COPD nehmen stetig zu. Warum ist es Ihrer Meinung nach notwendig, die Versorgungsmodelle zu überdenken?

Chronische Erkrankungen begleiten die Betroffenen oft über viele Jahre hinweg, manchmal sogar ein Leben lang. Ein Gesundheitssystem, das hauptsächlich auf die Behandlung akuter Episoden ausgerichtet ist, stösst jedoch schnell an seine Grenzen. Was fehlt, sind Kontinuität, Koordination und eine echte Berücksichtigung des Alltags der Patienten. Genau hier setzt der integrierte Versorgungsansatz von VIVA an: ein langfristiger, koordinierter und auf die Person ausgerichteter Ansatz.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir im Vorfeld der Behandlung tätig werden, um Spitalaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität unserer Mitglieder zu verbessern.

Was bedeutet integrierte Versorgung konkret für Menschen mit chronischen Erkrankungen?

In der Praxis bleibt der Hausarzt der zentrale Ansprechpartner, wird jedoch systematisch von Gesundheitskoordinatoren, also Pflegekräften, unterstützt. Gemeinsam koordinieren sie die medizinischen, pflegerischen und in einigen Fällen auch sozialen Aspekte der Versorgung. Für die Patienten bedeutet dies in der Regel, dass es weniger Unterbrechungen im Behandlungsverlauf gibt, weniger Informationsverluste und einen klar identifizierten Ansprechpartner, der sie begleitet.

Chronische Behandlungsabläufe sind ein Schlüsselelement dieses Modells. Worin bestehen sie?

Es handelt sich um strukturierte, aber flexible Begleitprogramme für Menschen mit genau definierten Erkrankungen, wie beispielsweise Herzinsuffizienz. Die Patienten übermitteln regelmässig relevante Daten – Gewicht, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung – über eine App. Diese Informationen werden von unseren Gesundheitskoordinatoren kontinuierlich überwacht, um eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen und einzugreifen, bevor ein Spitalaufenthalt notwendig wird. Und wenn sich der Zustand des Patienten verschlechtert, können wir frühzeitig handeln und beispielsweise das Hospital at home anbieten.

Die Digitalisierung scheint eine wichtige Rolle zu spielen. Welchen Stellenwert hat sie in diesem System?

Technologie ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Sie ermöglicht es, Nähe zu wahren, auch wenn eine physische Anwesenheit nicht möglich ist. Aber das Wesentliche bleibt der menschliche Faktor: die Beziehung zwischen dem Patienten, dem Gesundheitskoordinator und dem behandelnden Arzt. Digitale Tools sorgen für Transparenz und liefern objektive Daten, ohne jemals den menschlichen Austausch zu ersetzen – sie ergänzen ihn.

Können Sie ein konkretes Beispiel für die Auswirkungen dieser Überwachung nennen?

Bei einer Patientin mit Herzinsuffizienz konnte durch die tägliche Gewichtskontrolle eine Verschlechterung ihres Zustands frühzeitig erkannt werden. Trotz der vorübergehenden Abwesenheit des behandelnden Arztes konnte durch die interdisziplinäre Abstimmung über das VIVA-Board nach seiner Rückkehr ein Hospital at home organisiert werden, wodurch eine Notaufnahme vermieden und der Komfort der Patientin und ihrer Familie verbessert wurde.

Welchen Stellenwert hat das Hospital at home im Gesamtkonzept?

Es ist ein wesentlicher Pfeiler. Viele Behandlungen, die früher ausschliesslich im Spital durchgeführt werden konnten, können heute sicher und effektiv beim Patienten zu Hause durchgeführt werden, wie beispielsweise bestimmte Infusionen oder engmaschige klinische Kontrollen. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen bedeutet dies mehr Unabhängigkeit, weniger Einschränkungen und oft eine bessere Einhaltung der Behandlung. So kann der Patient in seiner gewohnten Umgebung bleiben, seine Gewohnheiten beibehalten und sich besser erholen.

Einige weisen jedoch auf einen erhöhten Koordinationsaufwand hin. Wie reagieren Sie darauf?

Es stimmt, dass die Koordination einen erheblichen Aufwand erfordert. Aber dieser Aufwand wird mehr als ausgeglichen: Durch die integrierte Versorgung lassen sich redundante Untersuchungen, unnötige Spitalaufenthalte und Informationsverluste vermeiden. Langfristig gewinnt das System an Qualität, Effizienz und Kostenkontrolle. Und vor allem werden die Behandlungsabläufe für die Patienten übersichtlicher.

Für welche Patientenprofile ist das VIVA-Modell in erster Linie gedacht?

Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes oder Niereninsuffizienz. Zunehmend begleiten wir auch ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen. Gerade in solchen komplexen Situationen bringt die integrierte Versorgung den grössten Nutzen.

Sehen Sie dieses Modell als eine Lösung für die Zukunft des Schweizer Gesundheitssystems?

Zweifellos. Die Zahl der Menschen mit chronischen Erkrankungen wird weiter steigen. Die Frage ist nicht mehr, ob wir eine integrierte Versorgung brauchen, sondern wie schnell wir sie flächendeckend einführen können. Mit VIVA zeigen wir, dass es bereits heute möglich ist, eine humanere, besser koordinierte und nachhaltige Versorgung anzubieten.
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