Gesundheitscampus statt zwei Kliniken: Hirslanden zentralisiert in der Ostschweiz

Die Klinik Stephanshorn in St. Gallen wird gestärkt, die Klinik Am Rosenberg in Heiden schliesst. Hirslanden will möglichst vielen Angestellte eine Anschlusslösung bieten.

, 27. März 2025 um 06:51
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Hirslanden plant in der Ostschweiz eine Konzentration: Die Klinik Stephanshorn wird zum umfassenden Zentrumsspital ausgebaut, wobei sich dort insbesondere die orthopädische Kompetenz der Gruppe bündeln soll. Auf der Gegenseite wird die Klinik Am Rosenberg in Heiden im September 2025 eingestellt.
Am Ende des Prozesses soll in St. Gallen ein Campus mit über 9’000 Hospitalisationen pro Jahr und einem umfassenden ambulanten und stationären Ökosystem stehen.
Heute betreut die Klinik Stephanshorn etwa 6’000 stationäre Patienten pro Jahr; bei der Hirslanden Klinik Am Rosenberg sind es rund 2’500.
«Mitarbeitende der Klinik Am Rosenberg werden im Rahmen dieses Übergangs eng begleitet», teilt die Hirslanden-Leitung mit. Man wolle möglichst vielen Angestellten eine Anschlusslösung in der Gruppe ermöglichen, insbesondere am Gesundheitscampus Stephanshorn. «Für jene, bei denen dies nicht realisierbar ist, steht ein freiwilliger und umfangreicher Sozialplan zur Verfügung.»

Problem: Dezentrale Lage

Die Klinik Am Rosenberg beschäftigt etwa 175 Personen sowie 35 Belegärzte. Das Haus verfügt über 52 Betten und hat neben der Inneren Medizin die Orthopädie, die Wirbelsäulenmedizin oder Angiologie als Schwerpunktfelder. Die Klinik Stephanshorn deckt mit rund 530 Angestellten eine Vielzahl von Spezialgebieten ab, von Allgemeinchirurgie und Angiologie über Neurochirurgie und Onkologie bis Urologie und Viszeralchirurgie.
Unter den heutigen Rahmenbedingungen sei ein Weiterbetrieb der Klinik Am Rosenberg nicht nachhaltig, erklärt die Hirslanden-Leitung den Schritt. Investitionen wie eine umfassende Sanierung der OP-Infrastruktur (die unlängst noch geplant war) oder eine neue Bettenstation liessen sich nicht mehr rechtfertigen; dies auch wegen der dezentralen Lage in Heiden – und weil dort ambulante Anschlusslösungen fehlen.
Am Standort Stephanshorn investierte Hirslanden indes gezielt, etwa ins neue ambulante Operationszentrum Opera oder in ein modernisiertes Radiotherapiezentrum mit zwei Linearbeschleunigern. 2024 erweiterte die Klinik Stephanshorn auch das orthopädische Leistungsspektrum und verdoppelte die Fallzahlen in diesem Bereich.

Was passiert mit der Klinik in Heiden?

Für die Liegenschaft der Klinik Am Rosenberg sucht Hirslanden mit der Gemeinde Heiden nach Lösungen. In Betracht gezogen würden Konzepte wie medizinisch betreutes Wohnen oder andere gesundheitsnahe Nutzungen, die zur integrierten Versorgung im regionalen Umfeld beitragen sollen, so die Mitteilung.
«Wir antizipieren den Strukturwandel im Gesundheitswesen und bündeln unsere Ressourcen an einem Standort mit dem gesundheitspolitischen Ziel, die stationären Strukturen zu konzentrieren, gleichzeitig das ambulante Leistungsangebot auszubauen und die integrierte Grundversorgung in Wohnortnähe zu stärken», kommentiert Hirslanden-CEO Daniel Liedtke die Pläne.

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