Diese App sagt jungen Frauen die Periode voraus

Nun gibt es auch für Mädchen eine Zyklus-App: Teena misst die Körpertemperatur und klärt die jungen Frauen über die Periode auf.

, 23. November 2022 um 12:10
image
Die App ist für Mädchen gestaltet. Sie kann mit oder ohne das koppelbare Temperaturmessgerät (im Bild) genutzt werden.
Es braucht täglich eine Temperaturmessung im Mund, dann zeigt die Teena-App der Nutzerin an, in welcher Zyklusphase sie sich gerade befindet und wann sie die nächste Periode erwarten kann. So sollen Teenager lernen, Symptome wie Stimmungsschwankungen, Krämpfe oder Akne zu verstehen und ein Bewusstsein für ihren Körper zu entwickeln.

Keine Verhütungsmethode

«Dieses Wissen hilft den Mädchen einzuordnen, was mit ihnen los ist und dies gegebenenfalls der Gynäkologin zu kommunizieren»: So bewirbt das Zürcher Medizintechnikunternehmen Valley Electronics sein neues Produkt.
Speziell daran ist: Die App zeigt keinen Fruchtbarkeitsstatus an und enthält keine Funktionen, die für die Verhütung und Planung einer Schwangerschaft verwendbar wären. Solche üblichen Zyklustracker sind für erwachsene Frauen entwickelt worden und werden für die Familienplanung, im Sport oder in der Menopause verwendet. Der Periodentracker Teena ist hingegen auf die 9- bis 14-Jährigen ausgerichtet.

Spielerisch aber seriös

Teena bietet beispielsweise ein Gefühlsbarometer zum Beobachten von Emotionen und Symptomen, Tipps für die jeweilige Zyklusphase und altersgerechtes medizinisches Hintergrundwissen. Zudem wird der weibliche Zyklus mit Videoclips erklärt.
«Heute werden viele Teenager auf Tiktok und ähnlichen Apps aufgeklärt. Sie sind dort oft zweifelhaften Informationen ausgeliefert. Teena bietet eine sichere Alternative, die den Mädchen fundiertes Wissen zur Verfügung stellt und ihre Privatsphäre schützt.», sagt Natalie Rechberg-Egly, die Chefin von Valley Electronics.

Lässt sich anonym nutzen

Bei der Verwendung der Teena-App würden keine persönlichen Daten wie E-Mail Adresse oder Telefonnummer gesammelt, betont das Unternehmen. Dadurch seien Datenlecks, wie sie bei anderen solchen Apps aufgetreten sind, nicht möglich. Die App selber lässt sich anonym, werbefrei und gratis nutzen. Allerdings braucht es für die Kopplung mit der Temperaturmessung ein spezielles Messgerät, das regulär 235 Franken kostet.
Die App gewann die Prämierung des «Best of Swiss Apps 2022». Valley Electronics entwickelt schon lange Zykluscomputer. Die Schweiz ist nach den USA der mit Abstand wichtigste Standort für Medizintechnikunternehmen, die Produkte für Frauen anbieten.
  • trends
  • medizinaltechnik
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Erste Transplantation mit«DaVinci-Xi-System» am Kantonsspital St. Gallen

Erstmals wurde am KSSG die Niere eines Lebendspenders mit Hilfe chirurgischer Robotik entnommen.

image

Effizienz durch digitale Prozesse

Schwarzwald-Baar Klinikum meistert Hürden der Anbindung von HYDMedia an das LE-Portal

image

Knieprothetik: KSBL setzt auf J&J Robotertechnik

Damit kann eine noch höhere Präzision erreicht werden.

image

Diese klinischen Studien könnten 2024 den Durchbruch schaffen

Neue Impfungen, eine Stammzelltherapie, ein vielfältiger Einsatz von Künstlicher Intelligenz: All das könnte sich demnächst durchsetzen.

image

Forschung: Brustkrebs-Früherkennung mit Fingerabdruck?

Ein Fingerabruck könnte in Zukunft die Mammografie zur Brustkrebs-Früherkennung ersetzen.

image

Festtage: Edles ist gefragt

Das Festtagssaison naht, und viele Menschen freuen sich auf besondere kulinarische Erlebnisse. Wie wird man diesen Erwartungen gerecht und schafft würdige Festtagsmenüs?

Vom gleichen Autor

image

Betroffene mit seltener Krankheit warnen vor QALY-Bewertung

Patienten fürchten, dass ihnen wegen der Messung von «qualitätskorrigierten Lebensjahren» nützliche Behandlungen verweigert werden.

image

Auch NZZ bemängelt die heutigen Spital-Zusatzversicherungen

«Spitäler und Kassen schröpfen ihre Luxuspatienten», so eine Einschätzung dort. Das Geschäftsmodell mit den Zusatzversicherungen gerät ins Wanken.

image

Die heisse Diskussion um Insel-Premium-Abteilung

Darf ein Universitätsspital mit seiner Luxus-Abteilung die Allgemein-Abteilung sponsern? Ja, das sei sozial, finden Krankenkassen-Experten.