Zu teuer: KSGR streicht Cloud-Projekt

Das Bündner Kantonsspital wird eines seiner Rechenzentren nicht wie geplant durch die Cloud ersetzen – die Kosten sind zu hoch.

, 14. Oktober 2025 um 04:53
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Kantonsspital Graubünden. Bild: zvg
Das Kantonsspital Graubünden muss eine öffentliche Beschaffung zu Cloud-Diensten aufgrund von Mehrkosten abbrechen.
Auf der Plattform Simap heisst es seitens des Spitals: «Die eingegangenen Angebote erlauben keine wirtschaftliche Beschaffung oder überschreiten den Kostenrahmen deutlich.»
Vor gut einem Jahr hatte das Spital in einer Ausschreibung einen Anbieter gesucht, der ein «Sekundär- beziehungsweise Disaster-Recovery-Rechenzentrum» in der Cloud bereitstellt und betreibt. Hintergrund war, dass ein Rechenzentrum am Standort Chur Mitte 2026 aufgegeben werden muss. Deshalb sollte Anfang nächsten Jahres eine Cloud-Lösung in Betrieb gehen. Der Plan geht aber offenbar nicht auf.

Mehrkosten durch Cloud

Geplant war laut dem Kantonsspital einerseits, die Cloud-Anbindung auch weiteren Spitälern anzubieten. Dieses Vorhaben habe sich nicht umsetzen lassen, womit sich die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung alleine für das Kantonspital ungünstig dargestellt habe.
Andererseits hätten sich die Verantwortlichen bei der Beschaffung am Kostenrahmen eines stationären Rechenzentrums orientiert. Demnach sollte die Cloud mindestens gleichwertige Leistungen zu nicht höheren Kosten bieten.
Wie das Spital konstatiert, habe das Vergabeverfahren zwar ergeben, dass der Ersatz des stationären Rechenzentrums durch eines in der Cloud zu besseren Leistungen führen würde. Allerdings würden dabei die Kosten stark steigen und zu einer deutlichen Überschreitung des Kostenrahmens führen.
Damit blieb der Spitalinformatik keine Wahl, wie sie auf Simap schreibt: «Man musste das Vergabeverfahren abbrechen. Denn aufgrund der Kostenüberschreitung verweigerten die Spitalgremien die Kreditgenehmigung für das Vorhaben.»
  • Dieser Beitrag ist zuerst auf Inside IT unter dem Titel Zu teuer: Bündner Kantonsspital muss Cloud-Pläne aufgeben erschienen.

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