Aus einer neue Studie der «American Cancer Society» geht hervor, dass die Mortalitätsraten bei den häufigsten Krebsarten zurückgehen. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen: Lungenkrebs bei Frauen und Leberkrebs bei Männern, wie die Forscher in der im Fachmagazin «Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention» veröffentlichten Studie schreiben.
So stieg die Lungenkrebs-Sterblichkeitsrate bei Frauen in 24 Ländern jährlich um 0,3 bis 4,3 Prozent, wobei der stärkste Anstieg in Spanien, Uruguay und Griechenland zu verzeichnen war. Eine ähnliche Situation ist bei der Leberkrebs-Sterblichkeitsraten bei Männern zu beobachten: Diese stieg in 23 von 47 untersuchten Ländern jährlich um 0,8 Prozent bis 5,8 Prozent, wobei Irland, Norwegen und Malta die höchsten Zuwachsraten verzeichneten.
Leberkrebs: Anstieg auch bei Frauen
Auch bei Leberkrebs bei Frauen wurde ein Anstieg der Sterblichkeitsrate in 15 Ländern festgestellt. Hier lag die jährliche Zunahme zwischen 0,9 und 4,5 Prozent. Das Vereinigte Königreich, Norwegen, Dänemark und Australien waren von diesem Trend am stärksten betroffen.
Die Ursachen für diese Entwicklungen werden vor allem in der hohen Prävalenz von Hepatitis-C-Infektionen sowie nicht-viralen Faktoren wie Fettleibigkeit, Diabetes, metabolischem Syndrom, nichtalkoholischer Fettlebererkrankung und übermässigem Alkoholkonsum vermutet.
Grosse Schwankungen zwischen den Ländern
Die Untersuchung zeigt zudem erhebliche Unterschiede in den krebsspezifischen Sterblichkeitsraten zwischen verschiedenen Ländern auf. Insbesondere die Raten von Lungen- und Gebärmutterhalskrebs schwanken bis um das Zehnfache.
Die Sterblichkeitsrate bei Gebärmutterhalskrebs etwa sank in 28 von 47 Ländern um jährlich 0,4 bis 5,2 Prozent. Hierbei konnten Singapur, die Schweiz und die Republik Korea die grössten Rückgänge verzeichnen. In sechs Ländern, darunter Kirgisistan, Japan, Griechenland, Italien, Argentinien und Lettland, stiegen die Raten hingegen um 0,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr.
Argumente für mehr Krebspräventions-Programme
Die Ergebnisse unterstreichen den Studienautoren zufolge, wie wichtig es ist, in allen Teilen der Welt ressourcenorientierte und gezielte Programme zur Krebsprävention und -bekämpfung umzusetzen und zu stärken, um die steigende Krebslast weiter zu reduzieren oder zu stoppen.