Spital Affoltern rechnet mit solidem Gewinn 2025

Nach dem Spitalzentrum Biel signalisiert auch das Spital Affoltern eine Trendwende: Die Leitung kündigt einen Jahresgewinn von rund 1,5 Millionen Franken an.

, 15. Januar 2026 um 11:08
image
Bild: PD
«Wir haben ein recht gutes Jahr gehabt in finanzieller Hinsicht. Wir werden einen Jahresgewinn von rund 1,5 Millionen Franken ausweisen können»: Dies verriet Stefan Gysler, der Interims-CEO des Spitals Affoltern, im lokalen «Anzeiger Affoltern». «Das erfüllt uns alle mit Stolz.»
Damit signalisiert ein zweites Haus, dass das Geschäftsjahr 2025 nach sehr trüben Vorjahren wohl wieder mehr Schweizer Spitäler zurückgebracht hat in die schwarzen Zahlen. Vor wenigen Tagen kündigte schon das Spitalzentrum Biel eine «schwarze Null» für 2025 an.
Das Spital Affoltern hatte 2023 noch ein Defizit von 832'000 Franken eingefahren; im Jahr 2024 lag der Verlust bei knapp 90’000 Franken (wobei ein entscheidender Faktor allerdings Tarif-Nachzahlungen von rund 600'000 Franken waren). Der Sprung auf einen Jahresgewinn von 1,5 Millionen Franken wäre also erheblich, sofern nicht erneut ausserordentliche Faktoren dahinter stehen. Der Geschäftsbericht 2025 liegt noch nicht vor.

«Notfall light»

Die Spitalleitung hatte im Herbst 2024 diverse Sparmassnahmen eingeführt, um die Gemeinkosten zu senken. Insgesamt hat das Spital Affoltern zudem einen Konzentrationsprozess hinter sich: Es fokussiert im stationären Bereich auf Altersmedizin, Palliative Care und Psychiatrie – während es zugleich ein 24-Stunden-Notfallzentrum führt.
«Mit den Einnahmen, die wir vor allem mit den stationären Angeboten erwirtschaften, kann man den Notfall querfinanzieren», sagte Interims-CEO und Verwaltungsrat Gysler im «Affolter Anzeiger». «Früher war vom Gesetzgeber her klar, dass es bei einem Notfall auch eine Chirurgie braucht. Wir sind jetzt, nachdem uns der Kanton in einem Pilotprojekt den sogenannten ‚Notfall light‘ bewilligt hat, das erste Spital im Kanton, das ohne Chirurgie auskommt.»
  • spital affoltern
  • finanzen
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Nach Turbulenzen: Steuert das Spital Affoltern auf schwarze Zahlen zu?

Schlechte Zahlen, mehrere Personalabgänge und anonyme Anschuldigungen machten dem Spital zuletzt zu schaffen. Nun kündigt es eine (fast)schwarze Null für 2024 an.

image

KSBL: Mathias Rechsteiner wird Finanzchef

Das Spital Affoltern verliert eine weitere wichtige Figur. Mathias Rechsteiner tritt im Mai die Nachfolge von Petra Mösching beim Kantonsspital Baselland an.

image

Mehrere Wechsel am Spital Affoltern

Das Spital Affoltern befindet sich in einem Umbauprozess - der auch personelle Veränderungen mit sich bringt.

image

KSBL holt Lukas Rist vom Spital Affoltern

Der Direktor des Zürcher Regionalspitals soll im April 2025 das Steuer des Kantonsspitals Baselland übernehmen.

image

Das «Limmi» sichert sich für die Zukunft ab

Der Spitalverband Limmattal konnte eine Anleihe von 120 Millionen Franken erfolgreich ausgeben. Keine Selbstverständlichkeit mehr.

image

Halbjahr 2024: Insel Gruppe mit hohem Verlust

Die Schliessung der Spitäler Münsingen und Tiefenau, die Epic-Einführung und weniger Patienten haben bei der Insel Spuren hinterlassen.

Vom gleichen Autor

image

Kostenloser Sicherheitscheck für Arztpraxen

Die IT-Systeme grosser Spitäler erwiesen sich in einem Schweizer Test als überraschend angreifbar. Jetzt nimmt das Nationale Testinstitut für Cybersicherheit die Praxis-Informationssysteme ins Visier. Es sucht dafür Arztpraxen.

image

Affidea expandiert weiter – Übernahme einer Laborgruppe

Der Gesundheitskonzern kauft die Mehrheit von LabPoint – und plant dabei auch eine strategische Partnerschaft mit der Lindenhofgruppe.

image

Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.