Der Fall sorgte vor rund zwei Jahren für Schlagzeilen: Codrut Blejan, Hausarzt aus Brugg im Kanton Aargau, liess seine Patienten von einem Tag auf den anderen vor geschlossenen Türen stehen. Seit September 2014 war der Mann im Kanton als Hausarzt tätig.
Nachdem ein Kontrolleur der Krankenversicherung CSS dem Abzockerarzt auf die Schliche gekommen war, setzte er sich ins Ausland ab. Die letzten Spuren verlieren sich in einem Militärkrankenhaus in Bukarest.
Versicherer sind machtlos
Codrut Blejan wird vorgeworfen,
rund 1.5 Millionen Franken zu viel verrechnet zu haben. Der Arzt habe vier Mal mehr als üblich abgerechnet oder verrechnete systematisch den teureren Notfalltarif. Nur für die CSS hätte der rumänisch-stämmige Mediziner pro Tag 13 Stunden arbeiten müssen. Hochgerechnet auf alle Versicherer wären das 24 Stunden täglich gewesen.
Der Mann hatte dem Vernehmen nach auch andere Krankenkassen mutmasslich betrogen. Zudem haben sich Patienten als Privatkläger gemeldet. Doch niemand weiss, wo der Hausarzt sich derzeit aufhält. Der Arzt konnte nie befragt werden.
Fahndung bislang erfolglos
Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat das Verfahren derweil sistiert, weil der Beschuldigte unbekannten Aufenthaltsortes ist, wie es auf Anfrage heisst. Auch die CSS bestätigt, dass sich in der Zwischenzeit leider nichts getan habe. Die Fahndung nach Codrut Blejan laufe nach wie vor.
Gut möglich also, dass sich die CSS und anderer Krankenversicherer die von ihm zu Unrecht bezogenen Gelder nun wohl ans Bein streichen müssen.