Die Medizin und die Gesundheitsprofis verbindet in diesen Tagen etwas zusätzliches: Es ist ein Meme, ein Social-Media-Selbstläufer unter dem Titel #MedicalizeArt. Dabei stellen Ärzte, Medizinstudenten und andere Scherzkekse berühmte oder weniger berühmte Kunstwerke ein, um sie dann mit einer fachlich mehr oder weniger akkuraten Diagnose zu versehen.
Ein für jedermann verständliches Beispiel wäre dieses da:
Titel: «Männlicher Patient mit Erkältung»
Oder nehmen wir dieses Beispiel:
«Nach der Botox-Behandlung»
Inzwischen haben schon hunderte Gesundheits-Fachpersonen auf Twitter, Instagram oder Facebook einen erhellende Kurzbetrachtung zur Kunstgeschichte veröffentlicht. Zum Beispiel, durchaus ernstzunehmend:
Lupus erythematodes
Bald jedoch kam eine weitere Gruppe von Bild-Beurteilungen hinzu: Mehr und mehr erkennen die Gesundheitsprofis in den Kunstwerken nicht Krankheiten, sondern perfekte Spiegel des Alltags im Gesundheitswesen.
Hier einige sehr überzeugende Beispiele:
«Wenn du dieses Ehepaar im Wartezimmer abholst und sie merken, dass du nur der Assistenzarzt bist…»
«Das ist … kein Rezept… für ein Antibiotikum … Meine Erkältung wird mich jetzt töten…».
Auch diese Situation kommt in modernen Gross-Krankenhäusern immer wieder vor:
«…aber vorher müssen Sie nochmals hierhin zurück zum Eingang, um im Büro der Patientenaufnahme die Etiketten abzuholen.»
«Der Arzneimittelvertreter präsentiert den Onkologen das neue Krebsmittel».
«Der Assistenzarzt nach seiner ersten Defibrillation» (Selbstporträt)
Als sehr präzises Stimmungsbild sei gewürdigt:
«Samstagabend auf der Notfallstation»
Auch Werke der realistischen Fotografie finden Eingang in die Aktion:
«Porträt einer Spitaldirektorin beim Versuch, ihre Klinikleiter zu führen»
Schliesslich ein Ölgemälde, das man geradezu als Klassiker bezeichnen darf:
«Apotheker beim Versuch, ein Rezept zu lesen».