Wenn Krankenversicherer Präsenz im Spital zeigen. Heikel?

Der Versicherer Swica betreibt neu einen eigenen Schalter im Kantonsspital Winterthur (KSW). Ein Marktplatz für den Verkauf von Krankenversicherungen?

, 2. April 2019 um 12:19
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Als erste Krankenkasse in der Schweiz bietet Swica ihren Versicherten im Kantonsspital Winterthur (KSW) neu einen eigenen Schalter mit Patientenservice. Medinside berichtete.
Versicherte oder auch deren Angehörige können sich so zu Bürozeiten mit ihren Anliegen direkt an den Swica-Patientenservice wenden: zum Beispiel bei Fragen zu Kostengutsprachen oder zur Versicherungsdeckung.

Auch gleichzeitig ein Verkaufsschalter?

«Wir möchten herausfinden, ob diese Präsenz von unseren Kunden als Mehrwert wahrgenommen wird», sagt Swica-Projektverantwortliche Kerstin Baldauf. Es sei auch durchaus denkbar, das Angebot auf weitere Spitäler auszuweiten. Aber nur, wenn es einem Kundenbedürfnis entspreche.
Auf die Frage, ob der Versicherer zum Beispiel auch für Produkte wie etwa Zusatzversicherungen werben oder darauf hinweisen dürfe, stellt Swica klar: Der Schalter diene dem Patientenservice für Patienten und Angehörige und sei kein Verkaufsschalter. 
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Bildlegende: v.l.n.r. Kerstin Baldauf, Projektleiterin Swica; Marianne Graf, Tiziana Ciceri, Sachbearbeiterinnen stationär Komplex Swica Regionaldirektion Winterthur; Daniela Wanner, Leiterin Fachbereich stationär Swica Regionaldirektion Winterthur; Claudia Garcia, Sachbearbeiterinnen stationär Komplex Swica Regionaldirektion Winterthur; Christian Pfister, Projektleiter KSW, STV Leiter Direktionsstab.

Abgabe von Informationsmaterial

Auch seien die Mitarbeitenden am Swica-Schalter im Hauptgebäude des Kantonsspitals keine Vertriebsmitarbeitende, sondern aus dem Departement Leistungen mit Ausrichtung stationär komplex.
Wenn sich jemand aber für Swica interessiere, könne Infomaterial abgegeben werden. Und es könne auch auch eine Kontaktaufnahme gewünscht werden, heisst es weiter. Es fänden aber keine Beratungsgespräche im Sinne eines Verkaufsgesprächs für bestehende Kunden oder Neukunden am Schalter statt, stellt die Krankenkasse klar. 

Für Sanitas kein Thema

Der Versicherer aus Winterthur bezahlt dem KSW eine aus Sicht der beiden Parteien marktübliche Miete. Zum Betrag möchte das Spital und Swica aber keine weiteren Angaben machen.
Bei anderen Krankenversicherern wie etwa der Sanitas ist ein solcher Schalter in Spitälern kein Thema, weder in der Vergangenheit noch sei in Zukunft etwas in diese Richtung geplant. Bei der strategischen Ausrichtung setze die Krankenkasse mit Hauptsitz in Zürich auch in der Kundenberatung auf einfache, digitale Lösungen, teilt Sanitas auf Anfrage mit. 

Was machen andere Versicherer?

Ähnlich tönt es auch bei der CSS-Gruppe: Es sei zurzeit keine Eröffnung von Schaltern im Spital vorgesehen. Der Versicherer zieht aber laufend neue Kunden-Angebote in Erwägung, wie ein Sprecher der Krankenkasse mit Sitz in Luzern zu Medinside sagt. 
Der Versicherer Helsana liess eine Anfrage unbeantwortet. 
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