Verschreiben Sie doch mal Gute-Laune-Musik

Gegen den Herbstblues: Dies sind die fröhlichsten Musiktitel der letzten 50 Jahre, wissenschaftlich geprüft.

, 11. Oktober 2016 um 07:03
image
  • praxis
  • musiktherapie
  • forschung
Dass Musik die Stimmung beeinflusst, weiss jeder. Der holländische Neurowissenschaftler Jacob Jolij von der Universität Groningen wollte es dann aber doch noch etwas genauer wissen - und erbrachte den wissenschaftlichen Beleg, wie die so genannten Feel-Good-Songs aufs Gemüt wirken. 
Herausgekommen ist eine auf wissenschaftlichen Kriterien basierende Liste mit den zehn fröhlichsten Songs der letzten 50 Jahre. Wer im Nebel oder Nieselregen sitzt, tut gut daran, einen Blick darauf zu werfen. Und warum nicht einfach einen Trübsal blasenden Patienten ermuntern, die Musik einzuschalten?   

Die besten zehn Wohlfühlsongs

  1. Don't Stop Me Now (Queen)
  2. Dancing Queen (Abba)
  3. Good Vibrations (Beach Boys)
  4. Upton Girl (Billie Joel)
  5. Eye of The Tiger (Survivor)
  6. I'm a Believer (The Monkeys)
  7. Girls Just Wanna Have Fun (Cyndi Lauper)
  8. Livin' on a Prayer (Jon Bon Jovi)
  9. I Will Survive (Gloria Gaynor)
  10. Walking on Sunshine (Katrina & The Waves)

Tempo, Text, Tonart

Jacob Jolij ging bei seiner Arbeit der Frage nach, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit ein Song eine positive Wirkung entfalten kann. Er analysierte 126 Stücke aus den letzten 50 Jahren und fand mit statistischen Methoden heraus, welche Eigenheiten für die guten Schwingungen verantwortlich sind. 
Gute-Laune-Titel haben ein Tempo von 140 bis 150 BPM (Beats pro Minute), während typische Popsongs 118 aufweisen. Sie haben einen fröhlichen Text, und sie sind in der Regel in einer Dur-Tonart geschrieben. 
Anhand dieser Faktoren hat Jolij eine mathematische Formel für die «Feel-Good-Fähigkeit» von Songs aufgestellt und eine Rangliste erstellt. Die Stücke wurden auch an rund 2'000 erwachsenen Bewohnern Englands getestet.

Musikgeschmack ist persönlich

Der Wissenschaftler gibt auf seinem Blog zu, dass es verfänglich sei, aus der Fülle an Titeln einige wenige zu bestimmen. Musikgeschmack sei etwas Individuelles und hänge vom sozialen Umfeld und persönlichen Erlebnissen ab. Vielleicht eine Motivation, eine eigene Favoritenliste zu erstellen. 

Die besten Wohlfühlsongs der letzten fünf Jahrzehnte


  • 2010er - Happy (Pharrell Williams)
  • 2000er - Dancing in the Moonlight (Toploader)
  • 1990er - Let Me Entertain You (Robbie Williams)
  • 1980er - Uptown Girl (Billy Joel)
  • 1970er - Don't Stop Me Now (Queen)
  • 1960er - Good Vibrations (The Beach Boys)

Aufputschmittel: Don't Stop Me Now

Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Millionen ERC-Grant für Basler Augenforscher

Bence György vom IOB in Basel erhält einen ERC-Grant über rund zwei Millionen Euro, um Gen-Editierungstherapien gegen Sehverlust weiterzuentwickeln.

image

Integrierte Versorgung im Alltag: Ein Hausarzt zieht Bilanz

Die Hausarztmedizin steht unter Druck. VIVA vom Swiss Medical Network soll Ärzte entlasten und die Versorgungsqualität durch integrierte Zusammenarbeit steigern. Dr. Azarnoush berichtet, wie sich das Modell in der Praxis bewährt.

image

Stimme erkennt Unterzuckerung – Handys könnten bald beim Diabetes-Management helfen

Die menschliche Stimme verrät frühe Anzeichen einer Hypoglykämie. Das zeigen Forschende aus Bern – und erklären, wie Smartphones das Diabetesmanagement sicherer und einfacher machen könnten.

image

ETH Zürich: Mikroroboter bringt Medikamente direkt ins Gehirn

ETH-Forschende haben einen magnetisch steuerbaren Mikroroboter entwickelt, der auch in komplexe Gefässstrukturen vordringt. Das System bringt Medikamente präzise an den Zielort – und löst sich danach auf.

image

Ein Oensinger Gesundheitszentrum betreibt den ersten «Medicomat» in der Schweiz

Das Gerät im Vitasphère-Gesundheitszentrum funktioniert wie ein Getränkeautomat. Doch statt Flaschen gibt der Automat rund um die Uhr Medikamente heraus.

image

Swiss Bridge Award 2025 geht an Krebsforschende aus Zürich und Berlin

Andreas Moor (ETH Zürich) und Inmaculada Martínez Reyes (DKFZ/Charité Berlin) erhalten je 250’000 Franken für ihre Arbeiten an zielgerichteten Krebstherapien – von «smarten» Proteinmolekülen bis zu personalisierten Immunzellen.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.