Das politische Zürich wird derzeit von einer Skandalgeschichte umgetrieben, bei der es um das Amt für Entsorgung & Recycling geht. Der inzwischen geschasste Amtschef soll sich einen chicen BMW und seinen Mitarbeitern eine tolle Freizeitanlage ermöglicht haben; ans Licht kam ferner eine schwarze Kasse mit Bargeld, die teils aus dem Verkauf von ausrangierten Amts-Fahrzeugen gespiesen wurde.
Das Amt untersteht derzeit Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP), es gehörte aber in kritischen Jahren zum Verantwortungsbereich von dessen Vorgänger Martin Waser (SP). Hier wittert der ehemalige Medizinhistoriker und Nationalrat sowie heutige «Weltwoche»-Autor Christoph Mörgeli (SVP) einen besonders heiklen Punkt. Denn Martin Waser könnte noch tiefer in der Affäre stecken: Er erwarb vom ERZ einen Kleintransporter, Marke Piaggio, wobei das Geld in besagten Schwarzsafe floss.
Nun ist Waser als Stadtrat inzwischen zurückgetreten – aber als Spitalrats-Präsident des USZ befindet er sich weiterhin in einer öffentlichen Schlüsselposition. Den Bogen von der ERZ zum USZ schlägt Mörgeli nun über das geplante Megabau-Projekt «Berthold». Die aufwändigen Bauprojekte dienten dem Zürcher Regierungsrat jüngst als Argument, um zu erklären, weshalb Wasers Honorar ab diesem Jahr glatt verdoppelt wurde, nämlich von 60'000 auf 120'000 Franken (mehr dazu
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Für Christoph Mörgeli weckt dies erste Zweifel: «Zumindest in eigener Sache ist Waser also ein tüchtiger Geschäftsmann», schreibt er in der «Weltwoche».
«…als Präsident untragbar geworden»
Der entscheidende Punkt liegt für ihn aber in der Natur der USZ-Riesenpläne: «Ein solches Grossprojekt ist naturgemäss anfällig für Mauscheleien, Gefälligkeiten bis hin zur handfesten Korruption. Kann es von einem Ex-Politiker präsidiert werden, der im Verdacht steht, sich selber begünstigt zu haben und über Jahre in seinem Verantwortungsbereich eine eklatante Misswirtschaft geduldet zu haben? Auf die mit Steuergeldern finanzierten Neubauten darf jedenfalls nicht der Schatten eines Schattens fallen.»
Und so sei Martin Waser angesichts der laufenden Untersuchungen «als Präsident des Universitätsspitals untragbar geworden».
Konkrete Verstösse macht der SVP-Mann – der als Leiter des Medizinhistorischen Museums jahrelang auf der gegenüberliegenden Strassenseite arbeitete – zwar nicht fest gegen Martin Waser. Aber ihm genügt das Atmosphärische: «Was bislang bekanntgeworden ist und von Waser auch eingestanden wird, müsste im Interesse einer einigermassen zumutbaren politischen Hygiene genügen, um ihn als Präsidenten des Universitätsspitals Zürich unmöglich zu machen.»