Unispital Basel mit mehr und schwereren Bauchoperationen

Am Universitätsspital Basel (USB) wurde letztes Jahr deutlich mehr behandelt und operiert – und damit auch mehr eingenommen.

, 22. April 2020 um 12:36
image
  • spital
  • universitätsspital basel
  • jahresabschluss 2019
Der Umsatz stieg um über vier Prozent. Der Gewinn war mit rund 20 Millionen Franken deutlich höher als im Vorjahr, als das USB «nur» knapp 7 Millionen gutmachte. Der Grund für den guten Abschluss des Universitätsspitals: Es verzeichnete letztes Jahr rund 850 stationäre Fälle mehr. Das entspricht einer Zunahme von 2,2 Prozent.

USB steigert das Niveau seiner Fälle

Besonders stolz ist das USB, dass auch die Schwere der behandelten Fälle zugenommen hat. Denn das zeige den hochspezialisierten Charakter der Medizin am USB. Der so genannte Case-Mix-Index (CMI), der die Fallschwere misst, ist angestiegen und liegt jetzt bei 1.338. Das ist deutlich mehr als der CMI 1.301 im Vorjahr.
Das USB sei damit im Mittelfeld der Schweizer Unispitäler angesiedelt, heisst es in der Medienmitteilung. Direktor Werner Kübler sagt dazu: «Mit dem Niveau sind wir aufgrund unserer regionalen Aufgabe und Position sehr zufrieden.»

Neues Bauchzentrum Clarunis sorgt für mehr und schwierigere Operationen

Ein Grund für den höheren CMI ist die Zusammenarbeit mit dem Claraspital im gemeinsamen Universitären Bauchzentrum Clarunis. Es ist das erste Betriebsjahr des gemeinsamen Zentrums, das auf Behandlung im Bauchbereich spezialisiert ist.
Weniger euphorisch äussern sich die USB-Verantwortlichen über die im September eröffnete Klinik für Regeneration und Ästhetik. Ein Fazit will USB-Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher noch nicht ziehen. Er gibt sich verhalten: Die geplante Professur für Ästhetische Chirurgie sei noch nicht vergeben. Und Brumbacher kündete an, dass die Details dieser Professur nochmals genau angeschaut werden müssten.

Schönheitsklinik war von Anfang an in der Kritik

Bei der Eröffnung wurde bereits kritisch diskutiert, ob eine Schönheitsklinik zum Forschungsauftrag eines Universitätsspitals passe und ob nicht rein finanzielle Interessen hinter dieser Klinik stünden. Medinside berichtete hier darüber.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Studie: Immuntherapie steigert Überlebenschancen bei Lungenkrebs

Eine Studie des Kantonsspitals Baden und des Unispitals Basel zeigt: Wenn Patienten mit Lungenkrebs schon vor der Operation eine Immuntherapie erhalten, überleben deutlich mehr von ihnen die ersten fünf Jahre.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

Interprofessionelle Visiten auf dem Prüfstand

Die Visiten werden geschätzt, aber nicht alle Beteiligten sind gleich zufrieden. Vor allem die Pflege bemängelt ihre Einbindung und sichtet Verbesserungs-Chancen. Dies zeigt eine Umfrage in Schweizer Spitälern.

image

USB und Rechtsmedizin Basel kooperieren enger

In Basel schliessen sich das Institut für Rechtsmedizin und die Pathologie des Universitätsspitals zusammen, um die postmortale Diagnostik zu verbessern

image

Sparprogramme reichen nicht: Das Spitaljahr im Check

Kooperationen, weniger Angebote, effizientere Abläufe, Schliessungen, Nullrunden bei den Löhnen: Die öffentlichen Akutspitäler haben viel getan, um die Finanznot zu bekämpfen. Fazit: So geht es trotzdem nicht weiter.

image

Spitäler 2025 und 2026: Bessere Margen – aber grosse Tarif-Fragezeichen

Die Finanzchefs der Schweizer Spitäler erwarten fürs Erste eine etwas bessere Rentabilität. Zugleich sorgt das neue Tarifsystem für Unsicherheit. Die Erwartungen reichen von Mehreinnahmen bis zu spürbaren Einbussen.

Vom gleichen Autor

image

«Das Inselspital ist noch lange nicht über den Berg»

Das Inselspital wartete mit guten Meldungen auf. Doch der Insel-Kritiker Heinz Locher gibt keine Entwarnung.

image

So entgehen Sie dem Hochstapler-Syndrom

Viele Ärztinnen und Ärzte überfordern sich – und glauben dann selber, dass sie über ihrem Können spielen. Das ist schlecht für die Psyche.

image

Im Schaufenster stehen vor allem unwirksame Medikamente

Bieler Ärzte schlagen eine neue Etikette für rezeptfreie Arzneimittel vor. Sie soll zeigen, wie verlässlich die Wirksamkeit nachgewiesen worden ist.