In den Kliniken und Instituten des Unispital Zürich (USZ) existiert eine problematische Unternehmenskultur. Zu diesem Schluss kommt ein externer Bericht, der im Auftrag der Zürcher Gesundheitsdirektion die Strukturen am USZ untersucht hat. Speziell in den medizinischen Bereichen der Kliniken und Institute sei die Unternehmenskultur «ausgesprochen hierarchisch geprägt», schreiben die Autorinnen und Autoren von Res Publica Consulting.
Die «starke Machtposition der Chefärztinnen und -ärzte» führe zu «grossen Abhängigkeitsverhältnissen der unterstellten Ärztinnen und Ärzte, da deren Karrieren entscheidend vom Goodwill ihrer Vorgesetzten abhängen.» Dies könne dazu führen, dass «Fehler oder Missstände nicht adressiert werden, wodurch allenfalls die Patientensicherheit gefährdet wird.»
Problem «Star-Chefärzte»
Anstellungen führender «Koryphäen» könne zudem auch zu einer Abhängigkeit des USZ führen, da «ein Weggang eines solchen «Stars» zu negativen Schlagzeilen führen kann». Dies könne zur Folge haben, dass sich solche «Stars» allenfalls um Vorgaben foutierten respektive diese selber diktierten. «Gerade aufgrund dieses Zielkonflikts haben strukturelle Checks and Balances eine hohe Bedeutung.»
Die Machtposition der Chefärztinnen und Chefärzten würde zudem zusätzlich verstärkt, da diese die Kompetenz zur Verteilung der Pool-Gelder hätten.
Offenbar liegt aktuell vieles im Argen
Der Bericht empfiehlt, die Weisungskompetenz der Spitaldirektion gegenüber den Klinikdirektionen klarer festzuschreiben. Weiter rät er dem USZ «insbesondere im medizinischen Bereich der Kliniken und Institute einen Kulturwandel hin zu einer konstruktiven Feedbackkultur, einer transparenten Fehlerkultur und einer von Wertschätzung geprägten Arbeitsatmosphäre einzuleiten.» Damit sagen die Autorin und der Autor des Berichts indirekt auch, was aktuell am USZ vielerorts zu fehlen scheint.
Die weiteren Kernbefunde des Berichts, hat «Medinside»
hier zusammengefasst.