Lezte Woche veröffentlichte der Vergleichsdienst «Welches Spital» eine Karte und eine Auflistung der Infektionsraten nach Kantonen.
Da las man etwa, dass Basel und Genf am besten abschneiden, während es in den Spitälern des Wallis und Obwalden relativ am meisten postoperative Infektionen gab.
Die Datenbasis war in einigen Kantonen ohnehin schon sehr dünn, das war für jeden ersichtlich; nun aber melden die eigentlichen Datenlieferanten Fundamentalkritik an – das Infektions-Präventions-Zentrum
Swissnoso und der Qualitätsverein ANQ.
Denn die Basis jenes Spitalvergleichs waren die postoperativen Wundinfektionsraten, welche Swissnoso für den ANQ seit 2009 errechnet.
«…sogenannte Analyse»
Das Rating von «Welches Spital» berücksichtige weder die Fallzahlen noch den Schweregrad der Infektionen. Zudem sei in einigen Kantonen nur ein einziges Spital, einmal sogar nur eine einzige isolierte Stichprobe beigezogen worden.
Eine Woche danach reagierte «Welches Spital»: Der Kantonsvergleich wurde gelöscht.
Hochrechnen unzulässig
ANQ und Swissnoso erinnern denn auch daran, dass die sich «die eigenen Messresultate nicht für Spital- und Klinikranglisten eignen»; darauf weise man ja seit Jahren schon hin.
Die einzelnen Messresultate spiegelten nur spezifische Qualitätsaspekte eines Spitals oder einer Klinik im Kontext der jeweiligen Messung: So lautet beispielsweise ein Argument. «Die Ergebnisse auf die Gesamtqualität einer Institution hochzurechnen oder mit einer entsprechenden Publikation bei Internetusern dieses Bild zu erwecken, ist unzulässig.»
Der ANQ beobachte die Spitalsuch- und Spitalvergleichsportale deshalb sorgfältig und missbillige eine nicht autorisierte oder unsachgemässe Verwendung seiner Messresultate durch Dritte.