So viel verdient die Spitze der Insel Gruppe

Im Schnitt hat ein Direktionsmitglied der Berner Spitalgruppe im vergangenen Jahr rund 420'000 Franken verdient. Und Holger Baumann kassierte über 600'000 Franken, obwohl er seit Anfang 2018 von der aktiven Arbeitspflicht entbunden war.

, 5. März 2019 um 10:26
image
  • insel gruppe
  • spital
Die Vergütung für die Direktoren der Insel Gruppe beträgt für das Jahr 2018 insgesamt über 3,76 Millionen Franken. Dies ergibt für die neun Mitglieder (inklusive Holger Baumann) im Schnitt gut 420'000 Franken, wie aktuelle Zahlen zeigen.
Nicht hervorgeht, wie hoch die Bezüge für Uwe E. Jocham für seine operative Tätigkeit bei der Spitalgruppe ausfallen. Es dürften aber um die 500'000 Franken gewesen sein. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten die damals acht Direktionsmitglieder im Schnitt rund 370'000 Franken erhalten. 

Jocham folgte auf Baumann

Klar ist aber: Holger Baumann erzielte eine Vergütung in der Höhe von 600'012 Franken. Der ehemalige Vorsitzende der Konzernleitung hat die Insel Gruppe offiziell per Ende Juni 2018 verlassen. Er war aber bereits ab Januar 2018 von der aktiven Arbeitspflicht entbunden (mehr dazu hier)
Seit Februar 2018 ist Uwe E. Jocham Direktionspräsident und noch gleichzeitig bis Juni zusätzlich zu seiner operativen Funktion Präsident des Verwaltungsrates. Das nach Governance-Regeln kritisch zu betrachtende Doppelmandat läuft aber bald aus: Im Februar gab die Gruppe bekannt, dass Bernhard Pulver das Präsidium übernehme. 

VR-Mitglieder kassieren weniger

Die Zahlen enthalten ferner Angaben zu den Vergütungen des obersten Gremiums: So verdienten die acht Verwaltungsratsmitglieder 2018 im Schnitt gut 74'000 Franken. Im Vorjahr hatten die damals neun VR-Angehörige im Schnitt noch rund 82'000 Franken kassiert. 2016 waren es knapp 85'000 Franken gewesen. 
image
Screenshot Konzernrechnung
Dabei erzielte Jocham im vergangenen Jahr als Verwaltungsratspräsident 132'000 Franken. Zum Vergleich: Der frühere VR-Präsident Joseph Rohrer erreichte jeweils eine Vergütung um die 200'000 Franken. 

Führungspersonen unterhalb der Geschäftsleitung?

Angaben über die Bezüge des Führungspersonals unterhalb der Direktion liefert das Spitalunternehmen nicht. Der Grund: Die Mehrheit der Klinik- und Institutsdirektoren seien von der Universität Bern angestellt und würden nicht über die Insel Gruppe entlohnt. Deshalb könne kein aussagekräftiger Wert genannt werden.
Zu den Führungspersonen unterhalb der Direktion zählen die Klinik- und Institutsdirektorinnen und -direktoren sowie die Bereichsleitenden der Direktionen und die Divisionsleitungen.

  • Lesen Sie auch: Insel Gruppe mit weniger flüssigen Mitteln

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Jan Wiegand ist CEO der Lindenhofgruppe

Jan Wiegand war seit Mitte November 2023 interimistisch CEO der Lindenhofgruppe. Anfang Mai wurde er durch den Verwaltungsrat offiziell als CEO gewählt.

image

GZO Spital Wetzikon: Schon redet man von «alternativen Nutzungen» 

Der Neubau ist zu fast drei Vierteln fertig – nun sprang der Generalunternehmer Steiner AG ab. Wie also weiter?

image

Spital Wetzikon: Und noch ein GL-Mitglied weniger

Letzte Woche Urs Eriksson, heute Judith Schürmeyer – wieder hat ein Geschäftsleitungs-Mitglied das GZO Spital verlassen. Interimistisch übernimmt Susanna Oechslin.

image

Spital-Roboter: Science Fiction oder schon bald Normalität?

Indoor-Roboter können das Pflegepersonal entlasten und die Wirtschaftlichkeit im Spital verbessern. Semir Redjepi, Head of Robotics der Post im Interview.

image

Spital-CEO wird Präsident der Krebsliga Bern

Kristian Schneider übernimmt das Amt zusätzlich zu seiner Funktion als CEO des Spitalzentrums Biel.

image

KSOW: Stabile Patientenzahlen, höhere Erträge

Fachkräftemangel, Teuerung und starre Tarife – diese Faktoren brachten 2023 auch das Kantonsspital Obwalden in den roten Bereich.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.