Sind Früchte gesund? Ja, aber...

Der Ernährungswissenschafter Walter Willett trug viel zum Wissen über gesunde Ernährung bei. In Zürich referierte er über seine Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass Heidelbeeren vor Diabetes-Typ-2 schützen, nicht aber vor Krebs.

, 7. Oktober 2015 um 07:03
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Als Professor für Epidemiologie und Ernährung an der Harvard Universität führte Walter Willett viele bahnbrechende Untersuchungen zum Thema Ernährung durch. Sein Ruf basiert auf grossen Kohortenstudien, die in den 1970er Jahren begannen, und die immer wieder neue Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit aufzeigten. An einem Vortrag an der Universität Zürich präsentierte Willett einige seiner Ergebnisse. 
Dazu gehört die Entlarvung von Transfetten als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Oder der Freispruch von Fetten als Kofaktor für Brustkrebs. Dagegen stellte sich Alkohol als Risikofaktor für Brustkrebs heraus. 

Tierisches Fett erhöht Risiko für Darmkrebs 

Manche Ergebnisse forderten auch Behörden und Interessengruppen heraus. Besonders kontrovers wurden etwa die Studienergebnisse über die gesundheitsfördernde Wirkung von Früchten und Gemüse aufgenommen. «Es gab einen starken Glauben, dass der Genuss von Früchten und Gemüse eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs habe», so Willett. Die Studien widerlegten diese Vorstellung: «Wir fanden nur marginale Effekte». 
Trotzdem sei es gesund, Obst und Gemüse statt Fleisch zu essen. Diese Lebensmittel senkten das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zudem sei bewiesen, dass Heidelbeeren, Zwetschgen und Äpfel das Risiko für Diabetes-Typ-2 reduzierten. Und dass tierisches Fett in rotem Fleisch das Risiko für Darmkrebs erhöhe. 

Ernährung im Jugendalter wichtig

Willett zeigte anhand von Langzeitstudien, dass manche Krebsrisiken möglicherweise mit der Ernährung im Kindesalter zusammenhängen. So erhöht tierisches Fett in rotem Fleisch das Risiko für Darmkrebs. Die Bedeutung der Ernährung im Kindesalter zeigte er anhand des Milchkonsums von Teenagern auf, die während Jahrzehnten epidemiologisch erfasst wurden. 
Es stellte sich heraus, dass ein hoher Milchkonsum im Jugendalter das Risiko für Hüftfrakturen bei älteren Männern erhöht, nicht aber bei Frauen. Die Gründe dafür sind unklar. Willett betonte aber allgemein, dass schon die Ernährung im Jugendalter im späteren Leben gesundheitliche Folgen habe. 

Zucker schadet auf der ganzen Linie

Unter dem Strich zeichnete Willett folgendes Bild über die Ernährung und ihre Konsequenzen: Übergewichtige Menschen mit hohem Zuckerkonsum haben das grösste Risiko für Herzkrankheiten, schlanke Menschen mit geringem Zuckerkonsum das kleinste. Willett kritisierte besonders die stark gesüssten Soft-Drinks. 
Wer seine Risiken und die seiner Patienten senken will, sollte diese Empfehlungen ernst nehmen: 

  • Rauchverzicht
  • Moderates Gewicht (Body-Mass-Index unter 25 kg/m2)
  • Bewegung (mindestens eine halbe Stunde täglich)
  • Gesundes Essen (wenig Transfette, wenig Zucker, viel Fasern und Fisch)
  • Moderater Alkoholkonsum (Willetts Tipp: Einen teuren Wein kaufen und wenig davon trinken)



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