Sie erforscht, wie Spenderherzen besser funktionieren

Ein grosses Problem bei Herztransplantationen ist es, die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, funktionstüchtig zu erhalten. Für ihre Forschung dazu erhält Maria-Nieves Sanz einen Berner Nachwuchs-Preis.

, 13. November 2019 um 12:20
image
  • spital
  • forschung
  • insel gruppe
  • kardiologie
  • transplantationen
Die Transplantation eines Herzes, das einem klinisch toten Spender gehörte, ist heikel: Die Blutversorgung bei diesen Spender-Organen war unterbrochen. Fliesst das Blut dann wieder, ist das schädlich für das Herz – denn dabei werden die Mitochondrien, die «Kraftwerke» der Zellen, die zu den empfindlichsten Zellteilen gehören, geschädigt.

Risiko für Abstossung des Organs wächst

Die Mitochondrien können nach diesem Vorgang nicht mehr genügend Energie für die Herzkontraktion produzieren. Zusätzlich produzieren sie schädliche freie Radikale und setzen Komponenten frei, die Entzündungen auslösen. Diese können bei der Herztransplantation Komplikationen auslösen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Abstossung des Organs.
«Die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien in den kritischen Minuten nach dem Rückfluss des Blutes zu erhalten, ist daher zentral», sagt Maria-Nieves Sanz laut einer Medienmittellung der Insel-Gruppe. Für ihre Erforschung jener Komponenten, welche die Mitochondrien schädigen, hat die 37-jährige Wissenschaftlerin an der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie des Inselspitals den Johanna Dürmüller-Bol Forschungspreis des Department for Bio-Medical Research (DBMR) der Universität Bern erhalten. Dieser Nachwuchs-Forschungspreis ist mit 30 000 Franken dotiert.

Sanz hat in Spanien studiert und ist seit 2015 am Inselspital

Maria-Nieves Sanz studierte Biologie an der Universität Salamanca (Spanien). 2015 erhielt sie ein Forschungsstipendium der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie. Dies ermöglichte ihr den Eintritt in die Forschungsabteilung für Herz- und Gefässchirurgie unter der Leitung von Thierry Carrel und Sarah Longnus am Inselspital Bern.
Seither konzentriert sich ihre Forschung auf die Identifizierung neuartiger mitochondrialer Therapieinstrumente zur Verbesserung der Resultate von Herztransplantationen. Diesses Jahr wurde Sanz auch schon von der Swiss Transplantation Society mit dem dritten Preis für Grundlagenforschung ausgezeichnet.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Lohnrunde in Berner Spitälern: Insel Gruppe steigert, Regionalspitäler zurückhaltend

Die Angestellten der Berner Spitäler erhalten 2026 Lohnerhöhungen – allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen der Insel Gruppe, Kliniken und Regionalspitälern.

image

Inselgruppe und PSI stärken Zusammenarbeit in der Augenonkologie

Ein neuer Kooperationsvertrag zwischen der Insel Gruppe und dem Paul Scherrer Institut ermöglicht Patienten mit Augentumoren eine schnellere und koordinierte Behandlung mittels Protonentherapie.

image

Stimme erkennt Unterzuckerung – Handys könnten bald beim Diabetes-Management helfen

Die menschliche Stimme verrät frühe Anzeichen einer Hypoglykämie. Das zeigen Forschende aus Bern – und erklären, wie Smartphones das Diabetesmanagement sicherer und einfacher machen könnten.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

ETH Zürich: Mikroroboter bringt Medikamente direkt ins Gehirn

ETH-Forschende haben einen magnetisch steuerbaren Mikroroboter entwickelt, der auch in komplexe Gefässstrukturen vordringt. Das System bringt Medikamente präzise an den Zielort – und löst sich danach auf.

image

Swiss Bridge Award 2025 geht an Krebsforschende aus Zürich und Berlin

Andreas Moor (ETH Zürich) und Inmaculada Martínez Reyes (DKFZ/Charité Berlin) erhalten je 250’000 Franken für ihre Arbeiten an zielgerichteten Krebstherapien – von «smarten» Proteinmolekülen bis zu personalisierten Immunzellen.

Vom gleichen Autor

image

«Das Inselspital ist noch lange nicht über den Berg»

Das Inselspital wartete mit guten Meldungen auf. Doch der Insel-Kritiker Heinz Locher gibt keine Entwarnung.

image

So entgehen Sie dem Hochstapler-Syndrom

Viele Ärztinnen und Ärzte überfordern sich – und glauben dann selber, dass sie über ihrem Können spielen. Das ist schlecht für die Psyche.

image

Im Schaufenster stehen vor allem unwirksame Medikamente

Bieler Ärzte schlagen eine neue Etikette für rezeptfreie Arzneimittel vor. Sie soll zeigen, wie verlässlich die Wirksamkeit nachgewiesen worden ist.