Prävention heute: Wie man Sonnenanbeter in den Schatten lotst

Mit «Shadow Wifi» gegen Melanome: eine Gesundheitskampagne, welche die Menschen direkt zum Handeln verführt – und dann erst aufklärt.

, 18. November 2015 um 16:51
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Was wünscht sich der moderne Mensch immer und überall? Gratis-Internetempfang. Aus dieser banalen Erkenntnis entwickelte die peruanische Liga gegen den Krebs eine überzeugende Idee: «Shadow WiFi».
Am Strand von Lima errichtete die Organisation grosse Schattenwände, denen zugleich Wifi-Antennen eingebaut wurden. Die Geräte sind so nun eingestellt, dass sie ausschliesslich in die entgegengesetzte Richtung der Sonne strahlen.
Das heisst: Wer im Schatten sitzt, kann ins Web – wer in die Sonne will, hat keinen Empfang.
Damit soll einerseits die Haut der Sonnenanbeter etwas Schonung erhalten; und zugleich werden sie auch informiert über den Hautkrebs. Denn wer sich einloggt, tut dies im Strand-Schatten über eine Website, welche Informationen über Melanome, Warnungen und Tipps enthält.
Die Idee, entwickelt mit der belgischen Werbeagentur Happiness, soll nicht auf Peru beschränkt sein: Als nächstes werden solche Strandwände in Kalifornien und Neuseeland errichtet. 
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