Stadtspital: So viele stationäre Patienten wie noch nie

In den Spitälern Waid und Triemli wurden mehr Patienten behandelt als im Vorjahr. Deswegen fällt das Ergebnis besser aus – das Minus beträgt 27,2 Millionen Franken.

, 22. März 2022 um 15:06
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Im Pandemiejahr 2020 schrieb das Stadtspital Zürich ein Defizit von 39,8 Millionen Franken. Für das Jahr 2021 fällt das Ergebnis besser aus: 27,2 Millionen Franken beträgt das Minus. Dies geht aus der Medienmitteilung des Stadtspitals Zürich hervor.
Der Case Mix Index (CMI) stieg am Triemli von 1,10 auf 1,12. Unter anderem sei der Anstieg auf den hohen CMI in der Herzchirurgie und auf die komplexen Krankheitsverläufe der behandelten Covid-Patienten zurückzuführen, schreibt das Stadtspital Zürich. Am Waid hingegen blieb der CMI bei 1.08 stabil.

Triemli: Noch nie so viele Behandlungen

Im Jahr 2021 hat das Stadtspital Zürich deutlich mehr Patienten behandelt als im Vorjahr: Am Standort Waid waren es 8511 Patienten stationär – das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Am Standort Triemli wurden 25’645 Patienten stationär behandelt, was einer Zunahme von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht – damals waren es 1066 weniger Fälle. Das Stadtspital Zürich spricht denn auch von einem Patientenrekord: «So viele Patientinnen und Patienten hat das Triemli in seiner Geschichte noch nie behandelt.»

Deutlich mehr Fallzahlen in der Herzchirurgie

Wesentlich dazu beigetragen hätten sowohl der starke Wachstum in der Herzchirurgie als auch der Rekord in der Frauenklinik mit 2391 Geburten sowie die hohe Anzahl Covid-Patienten, heisst es in der Mitteilung. Die Fallzahlen in der Herzchirurgie stiegen im vergangenen Jahr um 18,5 Prozent an. Gründe hierfür werden keine genannt.

Stärkung ambulante Medizin

Auch die Zahl der ambulanten Besuche hat zugenommen: Im Triemli um 14,8 Prozent auf 186’332 Konsultationen, im Waid um 8,6 Prozent auf 46’100 Konsultationen. Das Stadtspital verzeichnete sowohl bei den Corona-Tests und -Impfungen wie auch in den meisten Fachbereichen ein Wachstum der ambulanten Behandlungen.
Das Stadtspital Zürich behandelte auch 2021 den zweitgrössten Covid-Patientenanteil im Kanton Zürich (Medinside berichtete hier darüber).

Defizit 2021: Diese Gründe nennt das Stadtspital

Das Defizit von 27,2 Millionen Franken sei vor allem auf Mehraufwand an Personal und Material aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen, steht in der Mitteilung. Der Aufwand am Stadtspital Zürich stieg im Jahr 2021 um 33,8 Millionen Franken an. Der Kanton Zürich beteiligte sich mit zusätzlichen Abgeltungen in der Höhe von rund 4 Millionen Franken an den Leistungen des Stadtspitals Zürich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.
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