Medizinaltechnik von heute: Wir stellen drei Innovationen vor

Ein Roboter macht schon bald Katarakt-Operationen. Ein Pflaster scannt unseren Schweiss. Und ein Klein-Ultraschallgerät für immer und überall.

, 23. Dezember 2016 um 09:00
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Der Roboter hält Einzug in die Augenchirurgie
Axsis, so der Name dieses Geräts, soll bald schon weltweit Kataraktoperationen durchführen können – also einen sehr häufigen, aber besonders feinsinnigen Eingriff. Der Roboter wurde von der britisch-amerikanischen Technologiefirma Cambridge Consultants entwickelt.
Die eigentlichen Roboterarme sind dabei 10 Millimeter klein und werden vom Chirurgen aus der Ferne bewegt. Vom Pult aus sieht er das zu operierende Auge am Bildschirm vergrössert, während er den Eingriff quasi indirekt via Joystick durchführt.

Noch gibt es erst Test- und Entwicklungsmodelle. Die Entwerfer aus Cambridge kündigten nun aber an, dass Axsis nicht nur grössere Präzision ermöglichen wird. Sondern dass der Roboter auch preislich in einer weitaus tieferen Klasse zu stehen kommen wird als beispielsweise die Da-Vinci-Geräte.
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Schweisspflaster statt Fitness-Tracker
Wie ausgebeinelt die Überwachung von Vitalwerten wird, zeigt ein Prototyp, den die Northwestern University soeben vorstellte. Es ist ein tragbarer Biosensor, der aus dem Schweiss wertvolle Daten zieht und diverse Werte quasi live überwacht. Und vor allem: Er sendet diese Daten dann gleich ans Smartphone.
In einer ersten Phase soll das Mikrolabor – beispielsweise – einen Sportler direkt und früh über Elektrolyt-Mängel informieren. Die Entwickler des Center for Bio-Integrated Electronics von Northwestern zielen aber vor allem darauf ab, das «Schweisspflaster» auch im klinischen Bereich einzusetzen, etwa für die Überwachung von Diabetikern oder zur Beobachtung der Werte bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen wie Mukoviszidose.

  • Zur Mitteilung der Northwestern University


Das Handheld-Ultraschall-Gerät mit Smartphone-Bildschirm
Die US-Medizinaufsicht FDA hat soeben ein Ultraschall-Gerät zugelassen, das etwa so gross ist wie ein Smartphone – und dessen Bilder eben auch auf dem Handy erscheinen. Die so genannten C3 und L7 Wireless Ultrasound Scanners der kanadischen Medtech-Firma Clarius sind «Handhelds», also ohne Netzstrom herumtragbar und so klein, dass sie in die Hosentasche passen. 

In welchen spezifischen Fällen solch ein kleines Gerät wirklich benötigt wird, ist noch offen. Gewiss gegeben ist die Möglichkeit, dass man als Arzt in Notfallsituationen stets ein Ultraschallgerät dabei hat.
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