Langjährige Spitalamtsleiterin hat gekündigt

Annamaria Müller orientiert sich beruflich neu - und gründet eine Firma.

, 29. Juli 2019 um 12:00
image
  • spital
  • annamaria müller
  • kanton bern
image
Ist als Spitalamtchefin seit fast zehn Jahren für die Entwicklungen im bernischen Spitalwesen verantwortlich: Annamaria Müller. I zvg
Annamaria Müller prägte die Berner Spitallandschaft zehn Jahre lang. Sie machte erst unter einem SP- dann unter einem SVP-Regierungsrat Spitalplanung. Dabei äusserte sie sich immer wieder prägnant zum Zustand und den Herausfoderungen im schweizerischen Spitalwesen. So etwa, als sie im Vorjahr auf Medinisde die Fallfinanzierung im Gesundheitswesen als gescheitert bezeichnete - und einen tiefgreifenden Systemwechsel forderte. Nun tritt Müller ab. Ende Jahr ist ihre Anstellung beim Kanton Bern zu Ende. Gemäss einer Mitteilung bedauert der zuständige Regierungsrat Pierre Alain Schnegg die Kündigung und «dankt Annamaria Müller für ihr langjähriges, erfolgreiches Engagement».

Was sind die Gründe für den Abgang? 

Sie habe das Amt zehn Jahre lang geführt, nun suche sie eine neue Herausforderung, sagt Müller auf Anfrage von Medinside. Es laufe zudem zuletzt gut im bernischen Spitalwesen. Per Anfang 2020 will Müller eine Firma gründen. Mit dieser wolle sie Dienstleistungen anbieten, auf die sie selbst als Amtsleiterin gerne zurückgreifen hätte können, so Müller. Dies umfasse «Coaching, Strategie- und Projektberatungen. Daneben strebt Müller auch Verwaltungsratsmandate an.
Die Suche nach einer neuen Berner Spitalamtsleitung läuft. Die Stelle wurde bereits ausgeschrieben.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Hohe Fluktuation ist ein Qualitätskiller

Wenn Ärzte und Pflegepersonal häufig wechseln, leidet die Patientenversorgung, und die Mortalität steigt: Dies besagt eine Datenanalyse aus 148 britischen Kliniken.

image

Jede Notfall-Konsultation kostet 460 Franken

Notfallstationen werden immer öfter besucht. Eine Obsan-Studie bietet nun Zahlen dazu. Zum Beispiel: 777'000 Personen begaben sich dreimal in einem Jahr auf den Spital-Notfall.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Ob FaGe, Apotheker, Physio oder Chefärztin: Das verdient man im Gesundheitswesen

Wie steht es um Ihr Gehalt? Hier finden Sie die Standard-Monatslöhne der wichtigsten Berufe in der Gesundheitsbranche.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.