Erstes Schweizer Corona-Drive-in eröffnet

In der Stadt Bern können künftig bis zu 1000 Tests täglich durchgeführt werden. Das BAG hatte erst Bedenken.

, 3. April 2020 um 06:35
image
Seit Donnerstagmittag hat die Schweiz ihr erstes grosses Drive-in Corona-Testzentrum. Betrieben wird es vom Kanton Bern zusammen mit Partnerorganisationen und -firmen, etwa dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). Anmelden für den Test kann man sich per Online-Formular. Anschliessend muss man mit dem Auto ins Testzentrum auf dem Stadtberner Messegelände fahren, um den Test zu machen. Für Personen ohne Auto ist eine Testung nicht möglich, was für vereinzelte Kritik sorgt.

Das waren die Bedenken des BAG

Gemäss Medienberichten können in der Anfangsphase täglich 200 bis 300 Personen getestet werden. Die Anlage ist aber auf 1000 Tests pro Tag ausgerichtet.
Der Kanton schreibt in seiner Mitteilung, dass Testzentrum sei ein vom Bund gutgeheissenes Pilotangebot, das später auf weitere Standorte in der Schweiz ausgeweitet werden soll. Doch wie die Tageszeitung «Bund» berichtet, hatte das Bundesamt für Gesunheit (BAG) erst Vorbehalte gegenüber dem Testzentrum. Es habe Überzeugungsarbeit gebraucht. Das BAG bestätigt gegenüber der Zeitung seine ursprünglichen Reservationen. Grund dafür seinen Bedenken wegen der Verfügbarkeit der Testmaterialien gewesen. Die Idee eines niederschwelligeren Zugangs zu Tests habe man aber immer begrüsst. Nun unterstützt es auch der Bund.

Zentrum wird operativ vom Roten Kreuz betrieben

Den Betrieb des Testzentrums stelle das SRK sicher, schreibt der Kanton. Und weiter: Es kämen Samariterinnen und Samariter sowie Angehörige des Schweizerischen Militär-Sanitäts-Verbandes als medizinisches Personal des Zentrums zum Einsatz. Das Personal führe die Tests unter Aufsicht von erfahrenen Pflegefachleuten und Ärztinnen und Ärzten einer lokalen Hausarztanbieters und des Ärzteverbandes Stadt Bern und Umgebung durch. Logistik-Fachleute des SRK unterstützten die Behörden beim Einkauf der Tests und des für den Betrieb nötigen Schutzmaterials.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Psychotherapie: Mindcare eröffnet Standort in Zürich

Nach dem Start in Winterthur plant Mindcare die nächste Praxis. Sie bietet Psychotherapie – mit einem Konzept, bei dem die Therapeuten weitestgehend von Administration und Organisation entlastet werden.

image

Integrierte Versorgung im Alltag: Ein Hausarzt zieht Bilanz

Die Hausarztmedizin steht unter Druck. VIVA vom Swiss Medical Network soll Ärzte entlasten und die Versorgungsqualität durch integrierte Zusammenarbeit steigern. Dr. Azarnoush berichtet, wie sich das Modell in der Praxis bewährt.

image

Ein Oensinger Gesundheitszentrum betreibt den ersten «Medicomat» in der Schweiz

Das Gerät im Vitasphère-Gesundheitszentrum funktioniert wie ein Getränkeautomat. Doch statt Flaschen gibt der Automat rund um die Uhr Medikamente heraus.

image

Tox Info soll weiterleben – privat finanziert

Der Bundesrat sagt Nein zur Soforthilfe des Giftnotrufs. Vielmehr sollen Chemikalien- und Arzneimittel-Hersteller notfalls verpflichtet werden, das Angebot zu finanzieren.

image

Fünf goldene Regeln, wie Ärzte den Patienten Zahlen verständlich machen

Laborwerte, Risiken, Therapieeffekte – viele Aufklärungsgespräche scheitern an medizinischen Zahlen. Doch wie erläutert man, was eine Behandlung bringt? Ein Vorschlag.

image
Gastbeitrag von Esther Wiesendanger

Da sind steigende Gesundheitskosten ja nur logisch

Getrennte Apotheken in Gruppenpraxen, Impfverbote in der Pflege, teure Zusatzkontrollen: Groteske Behörden- und Kassenentscheide lähmen die Versorgung. Sind wir Ärzte eigentlich Komiker?

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.