E-Health: Teilrückzug der Post

Nach gut zwei Jahren macht die Post das Engagement in HCRI rückgängig – und wird nicht mehr im Bereich medizinischer Register und Befragungen tätig sein.

, 25. September 2018 um 09:59
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Die Schweizerische Post konzentriert sich im Bereich E-Health künftig auf ihre E-Health-Plattform mit dem elektronischen Patientendossier und auf den Informationsaustausch zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen wie Spitäler, Kliniken, Arztpraxen und Laboratorien. Das heisst: Sie zieht sich aus den Tätigkeiten im Bereich medizinischer Register und Qualitätsbefragungen zurück. 
Die Post war 2015 in diese Felder eingetreten – mit dem Kauf des Health Care Research Institute HCRI. Die Firma war damals mit 17 Angestellten eine Marktführerin im datengestützten Qualitätsmanagement von Prozessen sowie in der Informationsverarbeitung im Gesundheitswesen. HCRI zählte über 400 Institutionen wie Spitäler, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu seinen Kunden.

«Neue Leistungen»

Der nun verkündete Investitionsstopp trifft 17 Post-Mitarbeiter. Ungebrochen aktiv bleibt die Post im Informationsaustausch zwischen den Gesundheits-Akteuren und mit ihrer E-Health-Plattform, die unter anderem das elektronische Patientendossier bietet.
Die Post, so die Mitteilung aus Bern, werde «ihre E-Health-Plattform mit neuen Leistungen erweitern, wie zum Beispiel die elektronische Übermittlung von Bilddaten oder Berichten.»
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