Für Pflegekräfte ist das Umlagern von bettlägerigen und immobilen Patienten mit grossen körperlichen und psychischen Anstrengungen und Zeitaufwand verbunden. Bei vielen Patienten, die nicht ausreichend umgelagert oder mobilisiert werden können, entsteht nach kurzer Zeit ein schmerzhaftes Druckgeschwür auf der Haut – ein Dekubitus.
Sensoren erkennen Liegeposition
Forscher des deutschen
Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) haben mit fünf Partnern eine intelligente Matratze entwickelt, welche die Entstehung von Dekubitus vermeiden und bestehende Druckgeschwüre mildern soll. In die Matratze integrierte Sensoren erkennen die aktuelle Liegeposition des Patienten sowie die Druckverteilung und schlagen eine neue, entlastende Position vor.
Die intelligente Matratze erkennt mit Sensoren den Auflagedruck der Patienten (Bild: Fraunhofer IIS)
Leichte und schnelle Umlagerung
Nach Freigabe durch die Pflegefachperson wird die Veränderung selbstständig durch Aktoren umgesetzt. «Die Aktoren sind, genauso wie die Sensoren zur Erfassung der Druckverteilung, direkt in die Matratze integriert», erklärt Christian Weigand, Abteilungsleiter für Bildverarbeitung und Medizintechnik am Fraunhofer IIS.
Die Umlagerung erfolgt weiterhin unter Aufsicht und mit Hilfe einer Pflegekraft, aber dank den Aktoren kann sie leichter und schneller erfolgen.
Daten gehen automatisch ins Patientendossier
Informationen zur Umlagerung sowie der neuen Druckverteilung werden über ein Display direkt am Bett angezeigt. Sie fliessen auch automatisch ins Patientendossier ein. Die Betten können zentral überwacht und gesteuert werden. Es müssen keine Daten mehr abgetippt werden.
Der Projektpartner
Deutsches Rotes Kreuz Baden-Baden hat das intelligente Bett in ersten Messreihen evaluiert. Der Prototyp der Matratze wird an der Medizintechnikmesse
Medica vorgestellt, welche vom 14. bis am 17. November 2016 in Düsseldorf stattfindet. Fraunhofer IIS sucht Partner, die das System im Klinikalltag einsetzen.
- Mehr zum Projekt «Insyde» gibt es hier