Diagnosemittel Hund

Ein Mann geht nur deshalb zum Arzt, weil sein Hund immer an einem Buckel hinter dem Ohr schnüffelt. Die Diagnose: ein hochgradig bösartiger Tumor.

, 9. November 2018 um 09:00
image
  • spital
  • krebs
  • onkologie
  • studie
Der 75-jährige Patient kam ins Spital, weil sein Hund nicht aufhören wollte, an einem Buckel hinter seinem Ohr zu schnüffeln. Die folgende Untersuchung zeigte, dass der Mann an einem  malignen Melanom litt. Ohne den Hund, einem deutscher Schäfer, wäre man nicht auf den gefährlichen Tumor aufmerksam geworden.
Die fünf behandelnden Ärzte suchten deshalb nach Studien, welche sich mit der Fähigkeit von Hunden befassten, Krebserkrankungen zu riechen. Sie merkten, dass seit 1989 mehre Fälle dokumentiert wurden. Dies jedoch mit jeweils sehr tiefen Fallzahlen. Pro Studie nahmen zwischen 7 und 55 Testpersonen teil. Ausser in einer Studien war das Ergebnis positiv: Die Hunde erschnüffelten zwischen 80 und 99 Prozent der Krebserkrankungen. Dies deuteten laut den Forschern der Metastudie an, dass Krebserkennung durch geschulte Hunde ein erfolgreiches Mittel zur Krebserkennung sein könnte - dies gerade auch in Situationen, in denen ansonsten wenig Ressourcen zur Verfügung stünden. 
Der Mann hatte trotz seinem aufmerksamen Hund kein Glück. Zwar konnte der äusserliche Tumor entfernt werden. Doch bei der Untersuchung wurde auch ein Multiples Myelom entdeckt - an dessen Folgen starb der Mann elf Monate nach dem ersten Spitalbesuch.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Fast ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte erlebt sexuelle Belästigung

Eine aktuelle Studie des Universitätsspitals Lausanne und des VSAO zeigt: Fast ein Drittel erlebte am Arbeitsplatz sexuelle Belästigung – viele mehrfach. Die meisten Fälle werden nicht gemeldet, und selbst Meldungen bleiben oft ohne Folgen.

image

Bundesrat: Kein automatischer Teuerungsausgleich für Spitäler

Der Bundesrat hält einen automatischen Teuerungsausgleich für Spitaltarife für «nicht sachgerecht». H+ warnt vor Unterfinanzierung.

image

Medizinische Studien: Diese Durchbrüche könnten 2026 prägen

Neue Immuntherapien, innovative Impfstoffe und grosse Studien zu Long Covid und Herzkrankheiten: 2026 könnte für die Medizin zum Jahr entscheidender Durchbrüche werden.

image

Inselgruppe und PSI stärken Zusammenarbeit in der Augenonkologie

Ein neuer Kooperationsvertrag zwischen der Insel Gruppe und dem Paul Scherrer Institut ermöglicht Patienten mit Augentumoren eine schnellere und koordinierte Behandlung mittels Protonentherapie.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

image

Medikamente: Diese fünf Irrtümer müssen alle kennen

Epinephrin statt Ephedrin? Solche Verwechslungen können tödliche Folgen haben. Gut zu wissen, wo die grössten Gefahren lauern.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.