Deutschland: Chefarzt soll Impfpass gefälscht haben

In Deutschland wird gegen einen Chefarzt ermittelt. Der inzwischen freigestellte Mediziner war im Besitz eines gefälschten Impfausweises.

, 14. Januar 2022 um 11:08
image
  • spital
  • ärzte
  • klinikum weiden
  • deutschland
  • coronavirus
Mit Hilfe eines manipulierten Impfnachweises soll ein Chefarzt in der Klinik Weiden in Deutschland das elektronische Impfzertifikat für sein Smartphone erschlichen haben. Dies berichten mehrere Medien. 
Gegen den Chefarzt wird unter anderem wegen Urkundenfälschung ermittelt, wie die zuständige Staatsanwaltschaft gegenüber den Medien sagte. Der Mediziner soll die Vorwürfe bereits eingeräumt haben, heisst es weiter.

Klinik überprüft alle Impfdokumente der Angestellten

Ermittelt wird auch gegen eine Pflegekraft am Klinikum Weiden sowie gegen mindestens fünf weitere Personen im Umfeld der beiden Beschuldigten. Der Chefarzt und die Pflegekraft wurden bereits «dauerhaft von ihrer Tätigkeit entbunden», teilt die Klinik mit.  
Derzeit wird der Sachverhalt aufgearbeitet und die bestehende Abläufe überprüft. Zudem prüfe der Klinikbetreiber im Rahmen der Einführung der Impfpflicht alle Impfdokumente der Beschäftigten der Kliniken. In Deutschland gilt ab März die Impfpflicht für Personen in medizinischen Berufen.

Mehrere Fälle von falschen Impfpässen

Ob es sich dabei um einen Einzelfall handelt, ist unklar. Auch in Bayern ist es zu Vorfällen gekommen, die wohl keiner für möglich gehalten hätte: Dort soll ein Hausarzt mehr als 100 Menschen falsche Impfbescheinigungen ausgestellt haben. Gegen den Arzt wurde zwischenzeitlich ein Berufsverbot verhängt.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Spitäler halbieren Verlust – aber zwei Drittel bleiben im Minus

2024 reduzierten die Schweizer Spitäler ihren Verlust – nach 777 Millionen Franken im Vorjahr waren es nun 347 Millionen. Aber immer noch schreiben fast zwei Drittel der öffentlichen Kliniken rote Zahlen. Die Zahl der Ärzte stieg stärker als jene des Pflegepersonals.

image

Pharmagelder 2024: Zuwendungen an Schweizer Ärzte steigen leicht

2024 erhielten Ärzte, Spitäler und Fachgesellschaften zusammen 262 Millionen Franken – 16 Millionen mehr als im Jahr davor.

image

Die 10-Prozent-Illusion der Schweizer Spitäler

Eine Betriebsrendite von zehn Prozent galt lange als Überlebens-Formel für Akutspitäler. Womöglich ist dieser Richtwert zu tief. Die Beratungsfirma PwC fordert mehr Effizienz – die Spitäler höhere Tarife.

image

Auf dem richtigen Weg

Der Markt für Krankenhaus-Informationssysteme (KIS) befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Die aktuellen Trends und Herausforderungen der Branche sowie die Erwartungen der Kliniken beleuchtet Dirk Müller, Director Product Management CIS4U bei Dedalus HealthCare.

image

EPD: Pflicht in Deutschland, Wunschdenken in der Schweiz

Arztpraxen und Spitäler in Deutschland müssen ab sofort Patientendaten in die elektronische Patientenakte eintragen. In der Schweiz kann man davon nur träumen.

image

Interprofessionelle Visiten auf dem Prüfstand

Die Visiten werden geschätzt, aber nicht alle Beteiligten sind gleich zufrieden. Vor allem die Pflege bemängelt ihre Einbindung und sichtet Verbesserungs-Chancen. Dies zeigt eine Umfrage in Schweizer Spitälern.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.